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Zeitbombe Antibiotika in der Massentierhaltung: Landesregierung muss handeln

9 Januar 2012 Kein Kommentar

Zu den aktuellen Meldungen über mit antibiotikaresistenten Keimen belastetes Hähnchenfleisch in deutschen Supermärkten:

Die Landesregierung muss handeln und sich endlich einen Überblick über das Ausmaß des Antibiotikaeinsatzes auf schleswig-holsteinischen Geflügelmastbetrieben verschaffen. Bei nur fünf Wochen Mastdauer und immer größer werdenden Tierbeständen in der Hähnchenmast müssen wir davon ausgehen, dass auch bei uns der Einsatz von Antibiotika die Regel ist, nicht die Ausnahme.

In welchem Ausmaß in Schleswig-Holstein Antibiotika in der Geflügelmast zum Einsatz kommen, wissen wir nicht. Die Landesregierung kann dazu keine Zahlen liefern. (Siehe Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast, Drucksache 17/2053).

Schleswig-Holstein muss in einer Studie den Antibiotika-Einsatz in den Betrieben genau prüfen, mindestens sollten aber verstärkt Stichproben durchgeführt werden, wie es in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch gemacht wird. Dort hat die Landesregierung auch eine Strategiegruppe zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in Tierhaltungen eingesetzt.

Die Beispiele Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern zeigen: es kann und muss auf Landesebene gehandelt werden. Wir fordern von der Landesregierung, Best Practice-Beispiele herauszustellen, in ein Antibiotika-Reduktionsprogramm einzusteigen und die Geflügelhaltung transparenter zu machen.

Der zunehmende Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Hier tickt eine Zeitbombe. Wir müssen bei den Ursachen, sprich den Haltungsbedingungen, ansetzen, um das Problem zu lösen. Der massive Einsatz von Antibiotika ist nur ein Symptom eines krankenden Systems der Massentierhaltung.

Hintergrund:

Eine Studie zum Antibiotika-Einsatz bei Mastgeflügel in Nordrhein-Westfalen hat kürzlich ergeben, dass dort 96,4 Prozent der Masthähnchen Antibiotika verabreicht bekommen haben, lediglich 3,6 Prozent sind nicht behandelt worden. In Schleswig-Holstein gibt es 36 Betriebe mit Hähnchenmast, pro Jahr werden 17,5 Millionen Tiere gemästet.

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