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Artikel getagged mit: Schleswig-Holstein

[15.10.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 305.17 / 13.10.2017

Atomare Zwischenlager dürfen nicht zu Endlagern werden

Zu der Diskussion um die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll an den Atomkraftwerksstandorten sagt der energiepolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Die atomaren Zwischenlager dürfen nicht zu Endlagern werden. Es ist kein Anlass zur Beruhigung, dass die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll an den verschiedenen Atomkraftwerksstandorten bis in die Mitte der 2040er Jahre hinein zugelassen sind.

Ich teile daher ausdrücklich die Forderung des Brunsbüttler Bürgermeisters Stefan Mohrdieck nach sicherer zentraler Zwischenlagerung.

Wenn es wie vorgesehen bis 2031 gelingen sollte, einen Standort zu finden, wird es dann noch Jahrzehnte dauern, bis ein wie auch immer geartetes Endlager existiert und mit Atommüll befüllbar ist. Es musst jetzt mit der Standortsuche und Planung eines zentralen Zwischenlagers für hochradioaktiven Atommüll begonnen werden.

Das zukünftige Zwischenlager muss höheren Anforderungen insbesondere gegen Terror und äußere Einflüsse wie Flugzeugabstürze genügen als die jetzigen Zwischenlager. Zudem muss eine heiße Zelle für Reparatur und Umlagerung defekter Behälter eingeplant werden.

Daher hat die Jamaikakoalition in Schleswig-Holstein im Koalitionsvertrag folgendes verankert: „Die Standortzwischenlager für Atommüll dürfen nicht zu Endlagern werden. Wir werden auf zeitnahe Planungen für eine zentrale Zwischenlagerung der Castoren mit hochradioaktivem Atommüll mit den entsprechenden Reparatureinrichtungen drängen. Sie müssen spätestens mit dem Ablauf der Genehmigungen der derzeitigen Zwischenlager (ca. 2045) in Betrieb sein.“

Dieser Zeitplan muss auf jeden Fall bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin mit verankert werden.


[12.10.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 291.17 / 12.10.2017

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 21 – Verlässlichkeit und Rechtssicherheit bei Ausbau der Windenergie

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Karibisches Wetter in Schleswig-Holstein verhindern

Wir müssen uns klar sein: Der Slogan: „Schleswig Holstein – Das echte Energiewendeland“ ist nur ein Titel auf Zeit. Im Augenblick haben wir noch die Nase vorn, aber das Rennen in der Energiewende, mit dem Ziel einer kompletten Umstellung auf erneuerbare Energiequellen, ist beileibe kein Selbstzweck und noch längst nicht abgeschlossen. Gemessen am Endenergieverbrauch über alle Sektoren, decken die Erneuerbaren in Schleswig-Holstein gerade 31 Prozent** – da ist noch mehr drin.

Wir befinden uns nicht nur im „Wettbewerb“ mit anderen Bundesländern, sondern wir erleben bereits bei 1°C Erwärmung Rekordtemperaturen in der Atmosphäre, Stürme und Starkregen. Die ersten Folgen eines ungebremsten CO2-Ausstoßes.

Die ambitionierten Ziele, die wir uns für den Umstieg auf Erneuerbaren Energien gesetzt haben, sind jenseits des Atomausstieges von hoher Relevanz für die Zukunft unserer Volkswirtschaften. In diesem Rennen bleibt entscheidend, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt den Anteil der erneuerbaren Energien umzusetzen. Dafür ist die Verdoppelung der
Erneuerbaren Energien von 17,9 TWh in 2015 auf 37 TWh in 2025 eine wesentliche Voraussetzung.

Daraus leitet sich die Frage ab: Schaffen wir es in Schleswig Holstein zeitnah 2 Prozent der Landesfläche zur Verfügung zu stellen?

Nun profitiert gerade Schleswig Holstein von der Energiewende. Wir haben jede Menge Wind vor der Haustür. Wind an Land ist die kostengünstigste Erneuerbare geworden. Gut für die Menschen, gut für die Umwelt und gut für die Unternehmen. Während der Netzausbau im Land und in der Nordeuropäischen Vernetzung gute Fortschritte macht, braucht die Überarbeitung der Landesplanung Wind noch Zeit.

Die Verzögerung durch das OVG-Urteil und die Überprüfung von Kriterien machen der Energiewende und allen Beteiligten – auch in der Landesplanung – leider schwer zu schaffen: 693 Anträge für neue Windkraftanlagen hingen zu Beginn des zweiten Halbjahres in der Warteschleife. Das bedeutet einen Investitionsstau von rund drei Milliarden Euro. Diese Situation stellt kleine und mittelständische Unternehmen und deren Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor eine echte Belastungsprobe. Kurzarbeit bei Bögel in Rendsburg und Unternehmensverlagerungen sind nur eine Folge dieser Entwicklung.
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[21.09.2017 | Kein Kommentar]

Saubere Luft … statt dreckige Deals

Eine Aktion vor dem Kieler Landeshaus/Landtag.

Team der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
im Schleswig-Holsteinischen Landtag


[21.09.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 262.17 / 20.09.2017

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 15 – Regulatorische Rahmenbedingungen für Sektorenkopplung und Energiespeicher anpassen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Der Strompreis muss endlich die physikalische Realität widerspiegeln

Der richtige regulatorische Rahmen entscheidet, was sich am Markt entwickeln kann und es ist Aufgabe der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) hat die Energiewende bei uns möglich gemacht. Es ist inzwischen in vielen Ländern Blaupause für den Einstieg in eine neue Energiepolitik geworden. So werden in China mittlerweile jedes Jahr allein an Solarmodulen so viel Leistung installiert, wie bei uns an Kohle- und Atomkraftwerken überhaupt existieren.

Je mehr Wind- und Solaranlagen installiert werden, desto stärker sinken die Preise für die Anlagen. Dieser Trend ist seit Einführung des EEG zu beobachten und setzt sich fort. Inzwischen sind Wind und Sonne die Billigmacher der Energiewende.

Die Erneuerbaren Energien haben sich in den letzten Jahren als entscheidender Wirtschaftsfaktor in Schleswig-Holstein entwickelt. So sind über 18.000 Arbeitsplätze hier bei uns entstanden.

Berichte über den Stellenabbau in den Unternehmen sind ein Schlag ins Kontor. Sie machen vor allem deutlich, dass erheblicher regulatorischer Handlungsbedarf besteht.

Wir wissen, dass wir in der Energiewende nicht selbst zu viel in Antagonismen denken sollten: Batterieelektrische Autos vs. Wasserstoff und Brennstoff, Onshore vs. Offshore, Nord-EE vs. Süd-EE, Dezentrale Energiewende vs. Zentralistische Energiewende, Biomasse vs. Wind vs. Photovoltaik, Netzausbau vs. Sektorenkopplung vs. Demand-Side-Management vs. Speicher.

Nein, die Herausforderung ist so groß, dass alle Ihren Platz in einem zukünftigen Energiesystem der Zukunft haben werden. Wir müssen, oder lassen sie mich besser sagen: Wir sind nun in der glücklichen Lage, dass wir uns mehr Gedanken darüber machen dürfen, wie wir die die saubere Energie unseres Nordens sinnvoll verteilen und einsetzen können.

Mehr als Zauberworte sind dabei für eine konsequente Energiewende: Netzausbau, Sektorenkopplung, Speicherung, Flexibilitäten und Demand-Side-Management.

Beim Netzausbau ist dort Licht am Horizont, wo wir als Land in den letzten Jahren gestalten konnten. Er geht auf den Trassen in Schleswig-Holstein zügig voran.
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