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Artikel getagged mit: Netzpolitik

[21.03.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 102.18 / 21.03.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 13 – Landesregulierung der Strom- und Gasnetze endlich auf den Weg bringen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Die Verteilnetze gehören zum Fundament der Energiewende

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

die Energiewende stellt die alte Hierarchie der Netze auf den Kopf. Wurde der Strom im fossil-atomaren Zeitalter der Großkraftwerke fast ausschließlich aus der Höchstspannungsebene nach unten weiter transportiert, läuft es nun umgekehrt. Die Energiewende ist dezentral, der Strom der Zukunft wird also auf Verteilnetzebene eingespeist und nun
gegebenenfalls sogar in beide Richtungen transportiert.

Wenn wir vom Netzausbau sprechen, denken wir oft an Höchstspannungsleitungen im Übertragungsnetz. Tatsächlich findet ein großer Teil des Netzausbaus auf der Verteilnetzebene statt. Denn 90 Prozent aller erneuerbaren Energieanlagen sind auf Verteilnetzebene angeschlossen. Das Verteilnetz umfasst in Deutschland mit 1,75 Millionen Leitungskilometern rund 98 Prozent des Deutschen Stromnetzes und liegt in der Hand von 888 Betreibern.

Weil erneuerbare Energien besonders im ländlichen Raum eingespeist werden, müssen die Netze für die neuen Aufgaben gerüstet werden. Dabei steht der Bedarf für Netzerweiterungen häufig kurzfristig an. Doch die für solche Anpassungen zuständige Genehmigungs- und Wettbewerbsbehörde sitzt in Bonn.

Wenn ich die Begründung vieler Unternehmen und kommunaler Versorger für eine Landesregulierungsbehörde richtig zusammenfasse, dann ist die Bundesnetzagentur wenig mit den regionalen Gegebenheiten vertraut und mit vielen bundesweit laufenden Projekten gleichzeitig beschäftigt. Die Distanz erschwert die Kommunikation und somit auch manchmal den Netzausbau auf Verteilnetzebene.

In der aktuellen Debatte erreichen uns positive Stellungnahmen von mittelständischen Energieversorgern. Im Praktischen erhofft man sich einfachere und zügigere Genehmigungsverfahren und besseres Verständnis für die Gegebenheiten vor Ort. Neben den kürzeren Wegen erwartet man sich weniger pauschale Einordnung, zum Beispiel bei der
Anreizregulierungsverordnung.
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[20.03.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 094.18 / 20.03.2018

Gute Investition in die Akzeptanz und die Zukunft der Energiewende

Zur heutigen Befassung der Landesregierung mit der konkretisierten Zeitplanung bei der Landesplanung Windenergie sagt der energiepolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss wird erneut bekräftigt, dass die Landesregierung an der im Koalitionsvertrag festgelegten Umsetzung der Energiewende und dem Ziel 10 Gigawatt Stromerzeugung Onshore in 2025 festhält. Es wird jetzt anhand überarbeiteter Kriterien konkret abgewogen und gerechnet, um die für die Umsetzung des Zieles erforderliche Fläche von zirka zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie auch zu erreichen. Dabei müssen wir sowohl den Erfordernisse des Natur,- und Artenschutzes, als auch des Denkmalschutzes und der weiteren Herausforderungen der Landesentwicklung gerecht werden. Insbesondere wird auch angestrebt, die Abstände zur Wohnbebauung zu erweitern.

Ein neu überarbeiteter Planentwurf kann auch eine Basis für Ausnahmegenehmigungen in einem Teil der Flächen sein. Damit wird es möglich, die Auswirkungen des Moratoriums etwas abzufedern.

Anders als die Große Koalition in Berlin schieben wir den Klimaschutz nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern setzen unsere konkreten Klima- und Energieziele für 2025 um.

Die Zeit, die die sorgfältige Auswertung der 6500 Einwendungen und das neue Bewerten der Kriterien gefordert hat, ist dabei eine gute Investition in die Akzeptanz und die Zukunft der Energiewende.


[22.02.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 066.18 / 22.02.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 22 – Wasserstofftechnologien als Baustein der Energiewende und Wirtschaftsentwicklung

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Potenzial von Grünem Wasserstoff intelligent nutzen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleg*innen,

die Energiewende verändert nicht nur unser Land, sondern auch die Wirtschaft, den Verkehr und Verbrauchsgewohnheiten. Standortvorteile werden wirksam. Wir haben mehrere Technologieoptionen und wir brauchen diese Technologien auch.

Es ist unsere Aufgabe, den Rahmen nicht gegen sondern für diese Entwicklungen der Erneuerbaren zu setzen. In diesem Antrag geht es um Grünen Wasserstoff und damit um den Strom aus dem er gemacht ist – Erneuerbaren Strom. Keinen fossilen, keinen atomaren.

Die Vorteile Grünen Wasserstoffs liegen auf der Hand: Flexible Erzeugung in den Leistungsspitzen von Wind und Sonne, Speicher- und Transportfähigkeit, Tankgeschwindigkeit und Reichweite sowie Klimaneutralität, Ungiftigkeit und universelle Einsetzbarkeit in der Chemie.

Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff – und in folgende Produkte – geschieht immer mit Verlust. Doch Verlust ist nicht gleich Verlust. Die Elektrolyse macht besonders Sinn, wenn das Netz den Strom sonst nicht nehmen kann und Abwärme Häuser heizt.

Grüner Wasserstoff ist ein Energieträger, der bei der Umsetzung der Energie,- Verkehrs-, Industrie- und Wärmewende fossile Energieträger verdrängen kann.

Da auch Erneuerbare Energien begrenzt zur Verfügung stehen, ist es wichtig, den Wasserstoff sinnvoll in das Energiesystem der Zukunft einzufügen und ihn dort einzusetzen, wo seine Stärken zum Tragen kommen. Das sind vor allem die drei Bereiche: Flexibilität, Verkehr und Industriewende.

Zur Flexibilität: In ganz Schleswig-Holstein, nicht nur an der Westküste, legen kleine und mittelständige Unternehmen, Konzepte vor und investieren, um die Energie aus Starkwindphasen, Verbrauchstief und aus Sonne für Grünen Wasserstoff zu nutzen. Damit bieten sie nicht nur Flexibilitäten für den Strommarkt, sondern erhöhen auch die Effizienz und Wertschöpfung vor Ort.
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[25.01.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 025.18 / 25.01.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 32 – Zeitplan für die Regionalplanung vorlegen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Das Rennen in der Energiewende ist kein Selbstzweck und noch längst nicht abgeschlossen.

Bei der heutigen Debatte geht es um das Markenzeichen unseres Bundeslandes: „Schleswig Holstein – Das echte Energiewendeland“ – das ist nur ein Titel auf Zeit. Im Augenblick haben wir noch die Nase vorn. Aber das Rennen in der Energiewende ist kein Selbstzweck und noch längst nicht abgeschlossen.

Wer meint, die Emissionen Schleswig-Holsteins spielten global betrachtet doch keine Rolle, verkennt, dass nicht nur wegen der Jamaikakoalition hierher geschaut wird. Was wir bei der Energiewende schaffen, streben auch andere an. Und zum Teil sind sie auch schon dabei, uns zu überholen. Die Energiewende hat uns 18.000 Jobs im ländlichen Raum gebracht, Wertschöpfung, Steuereinnahmen, EEG-Umlagen in einer ganz anderen Dimension als der Länderfinanzausgleich. Aber wir müssen arbeiten und diese Geschichte fortsetzen. Andere schlafen auch nicht auf den Bäumen. Die Windbranche braucht Technologie und Innovation.

Die Frage ist also: Wollen wir in den Erneuerbaren Technologien führend sein oder anderen hinterher laufen, um dann die Technik kaufen zu müssen? Gemessen am Endenergieverbrauch über alle Sektoren decken die Erneuerbaren bei uns gerade 31 Prozent. Das ist bundesweit ein Spitzenplatz, aber eben noch kein Grund, die Arbeit einzustellen.

Denn wir erleben bereits bei 1°C Erwärmung mit Rekordtemperaturen in der Atmosphäre, Stürmen und Starkregen die ersten Folgen eines ungebremsten CO2-Ausstoßes. Wind an Land ist die kostengünstigste erneuerbare Energie geworden. Billiger als neue Kohlekraft.

Gut für die Menschen, gut für die Umwelt und gut für die Unternehmen.

Während der Netzausbau im Land und in der Nordeuropäischen Vernetzung gute Fortschritte macht, braucht die Überarbeitung der Landesplanung Wind noch Zeit. Ziel dieser Koalition ist, bis Mitte des Jahrhunderts die Energieerzeugung im Land auf erneuerbare Energien umzustellen.

Zu Recht haben wir uns im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, 2 Prozent der Fläche bereitzustellen, um als Zwischenziele von 10 GW installierter Wind-Onshore-Leistung realistisch für 2025 zu erreichen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung, um überhaupt die Menge der erneuerbaren Energien von 17,9 TWh 2015 auf 37 TWh 2025 zu verdoppeln. Dieser Prozess darf sich nicht unnötig verzögern.
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