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Artikel getagged mit: Landwirtschaft

[19.04.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 037.17 / 19.04.2017

Zugang zu Land für bäuerliche Betriebe auch in Schleswig-Holstein ein Problem

Anlässlich der gestrigen Veranstaltung „Schleswig-Holsteins Felder im Ausverkauf?“ in Wasbek (bei Neumünster) mit Maria Heubuch, Grüne Europaparlamentsabgeordnete, und dem Experten für landwirtschaftliche Bodenmärkte, Bernhard Forstner, vom Thünen-Institut sagt der agrarpolitische Sprecher von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht: Der Zugang zu Land für bäuerliche Betriebe ist auch in Schleswig-Holstein ein Problem. Land- und Pachtpreise steigen. Außerlandwirtschaftliche Investoren zeigen zunehmend Interesse am Erwerb landwirtschaftlicher Flächen. Einsteigewillige Junglandwirte und junge Familien haben es zunehmend schwer, eine
landwirtschaftliche Existenz aufzubauen. Die Konzentration von Landbesitz schreitet voran. Durch unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten wird der bestehende gesetzliche Rahmen zum Erhalt einer kleinteiligen Agrarstruktur unterlaufen. Hier muss nachgebessert werden.

Maria Heubuch ergänzt:

Das Entstehen riesiger Agrarunternehmen ist schädlich für Umwelt, bäuerliche Betriebe und ländliche Entwicklung. In anderen Regionen Deutschlands und Europas, wo diese Entwicklung bereits weiter fortgeschritten ist, sehen wir die negativen Folgen besonders krass.

Industrielle Landwirtschaft erzielt zwar mehr Einkommen pro Hektar, auch bedingt durch eine falsche Förderpolitik, aber bäuerliche Betriebe bringen mehr Wertschöpfung in die Region. Der Markt wird von Großbetrieben dominiert, die auf Billigproduktion setzen. Die Dörfer veröden. Diese Billigproduktion kommt am Ende uns allen teuer. Wir können sie uns so nicht mehr länger leisten und müssen deshalb gegensteuern.


[18.04.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 158.17 / 18.04.2017

Keine neue Gentechnik auf unseren Feldern!

In den vergangenen Jahren wurden neue Gentechnologien zur Veränderung von Pflanzeneigenschaften entwickelt. Offen ist, ob diese neue Art der Züchtung rechtlich als “genetisch verändert“ gelten müssen oder nicht. Anlässlich des heutigen Besuches bei Saat:gut e.V. sagt der agrarpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Gut, dass es Unternehmen gibt, bei denen Zucht und Saatgutvermehrung in bäuerlicher Hand liegen. Die rasch voranschreitende Konzentration auf dem Saatgutmarkt mit Züchtungsmethoden, die eine weitere Züchtung unmöglich machen und so die Landwirtschaft in die Abhängigkeit treiben, sind eine Gefahr für die Ernährungssouveränität. Hierzulande haben wir einen breiten gesellschaftlichen Konsens für eine gentechnikfreie Landwirtschaft.

Aber durch neue gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung droht uns die Gentechnik durch die Hintertür – und die Bundesregierung spielt dieses Spiel mit. Nur dank der EU-Kommission wurde eine voreilige Zulassung wieder einkassiert.

Die Europaabgeordnete Maria Heubuch ergänzt:

Diese Methoden greifen unterhalb der Zell- und Genomebene ein und können daher nicht als konventionelle Züchtung angesehen werden. Sie können zu ähnlichen Umwelt- und Gesundheitsrisiken wie herkömmliche gentechnische Verfahren führen.

Seit 2008 beschäftigt sich die Europäische Kommission mit der rechtlichen Bewertung dieser Methoden, ohne bisher zu einem Ergebnis zu kommen. Dabei liegen eindeutige Rechtsgutachten dazu längst vor, unter anderem vom Bundesamt für Naturschutz. Bei Anwendung des Vorsorgeprinzips kann es keinen Zweifel geben, diese Techniken dem Gentechnikrecht zu unterwerfen. Dass dies bisher nicht geschehen ist, stimmt bedenklich. Eine Beteiligung des Europäischen Parlamentes würde diese Hinterzimmerpolitik in die Öffentlichkeit bringen.

Hintergrund:

In den vergangenen Jahren wurden neue molekularbiologische Techniken zur Veränderung von Pflanzeneigenschaften entwickelt. Offen ist, ob die daraus gewonnenen Organismen rechtlich als “genetisch verändert“ gelten müssen oder nicht. Die Definition ist entscheidend dafür, ob Pflanzen das aufwändige Gentechnik-Zulassungsverfahren durchlaufen und als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen – oder ob eine einfache Registrierung reicht.

Es geht um die Beurteilung folgender Techniken:

– Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (ODM)

– Zinkfinger-Nukleasen (ZFN 1, 2 und 3)

– Cisgenese/ Intragenese

– Pfropfung

– Agro-Infiltration

– RNA-gesteuerte DNA-Methylierung

– Reverse breeding

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[10.04.2017 | Kein Kommentar]

Einladung zur Veranstaltung

„Schleswig-Holsteins Felder im Ausverkauf?“

Dienstag, den 18. April 2017, um 19.30 Uhr

Wasbek bei Neumünster, Kühls Gasthof Hauptstraße 41

Mit:

Maria Heubuch, Mitglied des Europäischen Parlaments, Berichterstattern für Flächenkonzentration:
„Gibt es noch Land für Junge, Quereinsteiger und Bäuerinnen und Bauern?“

Bernhard Forstner, von Thünen Institut Braunschweig:
„Landwirtschaftliche Bodenmärkte: Welche Regulierung nutzt wem?“

Bernd Voß, Mitglied des Landtages Schleswig-Holstein, agrarpolitischer Sprecher:
„Wo stehen wir, wo wollen wir hin?“

Anschließend Diskussionsrunde mit den Referent*innen und:

Matthias von Mirbach, Kattendorfer Hof: „Solidarische Landwirtschaft, soziale Landwirtschaft – neue und alte Wege auf dem Land“

Christoph Lutze, Landesverband der Milchviehhalter: „Wer braucht das Land?“

Hinweis: Wasbek liegt direkt an der A7 Abfahrt Neumünster Mitte und ist mit Bus und Bahn gut erreichbar.

Felder Im Ausverkauf, 18. April 2017


[29.03.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 145.17 / 29.03.2017

Ein Schritt hin zu einem sozialeren Europa

Zur Übergabe des Förderbescheides an die neue ‚Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit‘ durch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sagt der europapolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Leiharbeit und Werkverträge bieten nach wie vor die Möglichkeit für prekäre Beschäftigungsverhältnisse innerhalb Europas. Hinzu kommen die sprachlichen und kulturellen Barrieren, die Beschäftigte aus anderen europäischen Ländern daran hindern, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Wir begrüßen deswegen die Einrichtung der neuen ‚Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit‘. Sie ist ein weiterer Schritt hin zu einem sozialeren Europa.

Die Missstände, die in Zusammenhang mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit entstehen, dürfen wir nicht hinnehmen. Die Selbstverpflichtung der Unternehmen reicht nicht aus, um wirksam dagegen vorzugehen. Dies hat unter anderem eine Anhörung gezeigt, die wir im Umwelt- und Agrarausschuss zu unserem Antrag zu Lohndumping in der Fleischbranche durchgeführt haben.

Der Landtag hat in seinem Beschluss vom April 2016 die Landesregierung gebeten, hierfür eine umfangreiche und auch aufsuchende Beratung sicherzustellen. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Missbrauch der Arbeitnehmerfreizügigkeit durch Unternehmen zu bekämpfen.

Hintergrund:

Antrag: „Lohndumping in Schlachthöfen verhindern!“ (Beschluss am 29. April 2016)

https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4100/drucksache-18-4105.pdf