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Artikel getagged mit: Kraftwerk

[21.09.2017 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 262.17 / 20.09.2017

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 15 – Regulatorische Rahmenbedingungen für Sektorenkopplung und Energiespeicher anpassen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Der Strompreis muss endlich die physikalische Realität widerspiegeln

Der richtige regulatorische Rahmen entscheidet, was sich am Markt entwickeln kann und es ist Aufgabe der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) hat die Energiewende bei uns möglich gemacht. Es ist inzwischen in vielen Ländern Blaupause für den Einstieg in eine neue Energiepolitik geworden. So werden in China mittlerweile jedes Jahr allein an Solarmodulen so viel Leistung installiert, wie bei uns an Kohle- und Atomkraftwerken überhaupt existieren.

Je mehr Wind- und Solaranlagen installiert werden, desto stärker sinken die Preise für die Anlagen. Dieser Trend ist seit Einführung des EEG zu beobachten und setzt sich fort. Inzwischen sind Wind und Sonne die Billigmacher der Energiewende.

Die Erneuerbaren Energien haben sich in den letzten Jahren als entscheidender Wirtschaftsfaktor in Schleswig-Holstein entwickelt. So sind über 18.000 Arbeitsplätze hier bei uns entstanden.

Berichte über den Stellenabbau in den Unternehmen sind ein Schlag ins Kontor. Sie machen vor allem deutlich, dass erheblicher regulatorischer Handlungsbedarf besteht.

Wir wissen, dass wir in der Energiewende nicht selbst zu viel in Antagonismen denken sollten: Batterieelektrische Autos vs. Wasserstoff und Brennstoff, Onshore vs. Offshore, Nord-EE vs. Süd-EE, Dezentrale Energiewende vs. Zentralistische Energiewende, Biomasse vs. Wind vs. Photovoltaik, Netzausbau vs. Sektorenkopplung vs. Demand-Side-Management vs. Speicher.

Nein, die Herausforderung ist so groß, dass alle Ihren Platz in einem zukünftigen Energiesystem der Zukunft haben werden. Wir müssen, oder lassen sie mich besser sagen: Wir sind nun in der glücklichen Lage, dass wir uns mehr Gedanken darüber machen dürfen, wie wir die die saubere Energie unseres Nordens sinnvoll verteilen und einsetzen können.

Mehr als Zauberworte sind dabei für eine konsequente Energiewende: Netzausbau, Sektorenkopplung, Speicherung, Flexibilitäten und Demand-Side-Management.

Beim Netzausbau ist dort Licht am Horizont, wo wir als Land in den letzten Jahren gestalten konnten. Er geht auf den Trassen in Schleswig-Holstein zügig voran.
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[12.11.2016 | Kein Kommentar]

Kostenübernahme für Atomlasten – auch Steinburger Bundestagsabgeordnete entlassen AKW-Betreiber aus der Verantwortung

Zur Ablehnung des Oppositionsantrags im Deutschen Bundestag für eine verlängerte Brennelementesteuer durch Union und SPD erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voß mit Blick auf die atomaren Altlasten der AKWs in Schleswig-Holstein:

„Der Oppositionsantrag sah vor, dass die bislang geltende Befristung der Brennelementesteuer bis Ende 2016 aufgehoben und stattdessen die Erhebung der Brennelementesteuer bis zum Ende der im Atomgesetz festgelegten Restbetriebsdauer der jeweiligen Atomkraftwerke verlängert wird“, fasst Bernd Voß den gestellten Antrag zusammen.

Jahrzehntelang durfte die Atomwirtschaft immense Subventionen und Privilegien für ihr Risikogeschäft genießen. Betreiber wie Vattenfall und Eon verdienen weiter mit Atomstrom Geld. Selbst für Schrottmeiler wie Brunsbüttel und Krümmel sollen noch Milliarden vom deutschen Steuerzahler erklagt werden. Und die Abgeordneten der Großen Koalition
stimmen abermals – bei lediglich zwei Enthaltungen – dafür, dass sich die Betreiber aus ihrer Verantwortung für den eigenen Atommüll stehlen können – auch mit den Stimmen der beiden Steinburger Abgeordneten.

Dabei gibt es mit der Kernbrennstoffsteuer, auch bekannt als ‚Brennelementesteuer‘, ein Instrument, um die Atomwirtschaft zumindest teilweise an den immensen Kosten der strahlenden Hinterlassenschaften zu beteiligen. Zumindest solange noch Kraftwerke laufen, sollte auch die Steuer fällig sein. Das fordern Grüne seit jeher. Die Große Koalition hat die Anträge der Opposition im Bundestag nun abgelehnt und so für eine willkürliche Befristung zum Ende dieses Jahres gesorgt – obwohl Finanzminister Schäuble den Steuersatz zuvor sogar noch erhöhen wollte.

Die Menschen an Atomstandorten wissen, wie schwierig und teuer es bei Sicherung, Rückbau und Deponierung der Atomruinen wird. Umso unverständlicher ist es, dass auch Mark Helfrich und Karin Thissen als Wahlkreisabgeordnete nun gegen die Steuerverlängerung stimmten. Gerade Abgeordnete aus betroffenen Regionen sollten für den sicheren und transparenten Rückbau unter Beteiligung der Anrainer kämpfen.


[18.07.2016 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 332.16 / 18.07.2016

Atomare Zwischenlager dürfen nicht schleichend zu Endlagern werden!

Zur heutigen Vorstellung der Prüfergebnisse zur Umlagerung von Brennelementen durch das Ministerium für Energiewende sagt der Grüne Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Steinburg, Bernd Voß:

An diesen Ergebnissen wird wieder deutlich, in welche Situation uns die Nutzung der Atomenergie getrieben hat. Da steht ein Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll, dem per höchstrichterlichen Beschluss die Genehmigung wegen nicht nachgewiesener Sicherheit wie beispielsweise gegen Terrorangriffe oder gezielten Flugzeugabsturz entzogen wurde. Die neun Castoren, welche bereits im Zwischenlager stehen, bleiben durch eine Verfügung der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde vorübergehend geduldet.

Vattenfall hat die Umlagerung der Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter in das nicht mehr genehmigte atomare Zwischenlager am Standort des Atomkraftwerkes beantragt, da dies ein sicherer Ort als der Reaktordruckbehälter sei.

Das Sicherheitsgutachten empfiehlt nun das Standortzwischenlager als geeigneten Ort für die weitere Lagerung. Angesichts der Ausgangslage sind dies Sachzwänge, bei denen sich niemand gegen den vorübergehenden Sicherheitsgewinn aussprechen kann. Vor derartig verfahrenen Situationen haben wir immer wieder gewarnt.

Weder die genehmigten, noch die nicht genehmigten atomaren Zwischenlager dürfen schleichend zu Endlagern werden. Es ist dringend erforderlich, dass zeitnah in die Planung einer zentralen Zwischenlagerung für hochradioaktiven Müll eingestiegen wird. Sie muss einen höchstmöglichen Sicherheitsstandard haben und auch Techniken zur Reparatur defekter Castoren am Standort vorsehen. Wie in allen technischen Bereichen gilt: Auch bei den Castoren gibt es Alterungsprozesse.


[24.04.2016 | Kein Kommentar]

Gelbes rostiges Fass mahnt: Zwischenlager dürfen nicht zu Endlagern werden

Zu dem gefundenen, korrodierenden Fass mit Bauschutt aus dem AKW Brunsbüttel sagt der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voß:

Auch wenn der Betreiber mit seiner frühen Veröffentlichung sich um das Bild von Transparenz bemüht – und auch wenn das gefundene Fass nur leicht beschädigt und der Inhalt nur schwach radioaktiv ist: Es wird nicht das letzte Fass und nicht das letzte Problem bei der Bergung der Atommüllfässer in Brunsbüttel gewesen sein. Mit weiteren Problemen ist leider zu rechnen. Zu lange haben die Freunde und die Betreiber der Atomenergie versucht, die langfristigen Folgen und Folgekosten der Atomenergie weg zu reden. Bisher gibt es weder für schwach- und
mittelaktiven noch für hochradioaktiven Atommüll ein Endlager. Dieses gelbe, rostige Fass aus den Kavernen des Atomkraftwerks Brunsbüttel lenkt erneut den Blick auf die Zwischenlager für Atommüll an unseren Standorten. Diese dürfen nicht schleichend zu Endlagern werden.