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Artikel getagged mit: Erneuerbare Energien

[01.11.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 385.18 / 01.11.2018

Spitzenleistung der Erneuerbaren besser nutzen: Bundesregierung muss Blockade der Energiewende beenden

Zur heutigen (01.11.) Pressekonferenz von ARGE Netz und SH Netz zum Start der ENKO Plattform sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Bei hoher Erzeugung Erneuerbarer Energien macht das Zuschalten von Lasten sehr viel mehr Sinn als das Abschalten von Erneuerbaren Energieanlagen. Auch in einem gut ausgebauten Netzzustand wird es immer wieder Zeiten geben, in denen die Erneuerbaren regional kurzfristig mehr Strom liefern als das Netz ohne intelligente Steuerung aufnehmen kann. Technisch ist es einfach möglich, dieses Potential einfach zu nutzen.

Auf der Plattform ENKO bieten Stromverbraucher*innen Lasten an, die die Netzbetreiber nutzen können, um vor einem Netzengpass das Abschalten von Erneuerbarer Energien zu vermeiden. Die Windräder drehen sich also weiter, speisen den Strom aber nicht ins überregionale Netz ein: Sie leiten ihn vorher an lokale Verbraucher*innen weiter, die Wasserstoff oder Wärme produzieren oder allgemein kurzfristig ihre Leistung zum Beispiel in industriellen Anlagen steigern. Dadurch können Erneuerbare Energien vollständiger genutzt und an anderer Stelle Emissionen vermieden werden. ENKO hat also das Potential, die Effizienz und die Klimaschutzwirkung der Erneuerbaren nochmals zu verbessern.

Das im Forschungsprojekt NEW 4.0 entworfene Projekt macht die Chancen einer besseren Synchronisation von Energieangebot und Nachfrage möglich. Das Projekt ENKO macht deutlich: Unternehmen wollen es, Verbraucherinnen wollen es und die Technologien sind zum Teil schon lange marktreif. Eine falsche Abgabenpolitik kann dauerhaft nicht mit Subventionen korrigiert werden.

Es ist überfällig, dass die Bundesregierung endlich durch eine sachgerechte CO2 Bepreisung und eine längst überfällige Reform von EEG Umlagen und Netzentgeld ihre Blockade der Energiewende beendet.


[24.06.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 218.18 / 13.06.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 4 – Entwurf zur Änderung des Landesplanungsgesetzes
Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Rückenwind für die erneuerbare Energieversorgung

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren!

Der vorliegende Gesetzentwurf regelt einmal eine Reihe von zum Teil längst fälligen Anpassungen beim Verfahren der Landesplanung. Sie sind Grundlage für viele Entwicklungen und Vorhaben im Land. Der hier vorliegende Gesetzentwurf ist aber auch ein kleiner Schritt zu einem weiteren Ziel – nämlich der Umsetzung der Energiewende.

Natürlich sind hier konkurrierende Ansprüche, die sorgsam abgewogen werden müssen. In unseren aktuellen politischen Zielen und im Koalitionsvertrag konzentrieren wir uns auf die naheliegenden Schritte. Die Vereinbarung im Koalitionsvertrag über den Ausbau der Windenergie an Land ist ein wichtiger Baustein, auf den wir Grüne stets bestanden haben: Zehn Gigawatt installierte Leistung Wind Onshore bis 2025 und dafür werden zwei Prozent der Landesfläche benötigt. Und es sieht so aus, dass wir dieses Ziel in dem seit 2015 laufenden Verfahren auch mit dem angepassten, modifizierten Kriterienkatalog erreichen werden.

Wir wollen nicht weiter in Verzug kommen. Dann nämlich wird es für die kommenden Legislaturperioden noch schwieriger, die „Klima-Lücke“ zu schließen. Gleichzeitig wollen wir auf diesem Weg durch Beteiligung möglichst viele Menschen mitnehmen – und ihre Anliegen berücksichtigen.

Die Windenergie an Land ist ein besonders anspruchsvolles Thema. Hier kommen zum Teil diametrale Interessen zusammen: Alle haben berechtigte Ansprüche an die Nutzung und Qualität der Flächen im Land. Um die konkurrierenden Aspekte unter einen Hut zu bekommen, gibt es eine Planung auf Landesebene.

Um eine möglichst hohe Beteiligung und Mitsprache zu ermöglichen, sind wir bereits einen langen Weg gegangen: Bald wird der nächste Landesentwicklungsplan zum Thema Wind aufgelegt und einem erneuten öffentlichen Beteiligungsverfahren unterzogen. Eine weitere Beteiligungsrunde ist nicht auszuschließen.

Für Viele ist das ein echtes Geduldsspiel, das unserem Land einige Arbeitsplätze und Verzögerung beim Klimaschutz gekostet hat und noch kosten kann.
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[25.01.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 025.18 / 25.01.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 32 – Zeitplan für die Regionalplanung vorlegen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Das Rennen in der Energiewende ist kein Selbstzweck und noch längst nicht abgeschlossen.

Bei der heutigen Debatte geht es um das Markenzeichen unseres Bundeslandes: „Schleswig Holstein – Das echte Energiewendeland“ – das ist nur ein Titel auf Zeit. Im Augenblick haben wir noch die Nase vorn. Aber das Rennen in der Energiewende ist kein Selbstzweck und noch längst nicht abgeschlossen.

Wer meint, die Emissionen Schleswig-Holsteins spielten global betrachtet doch keine Rolle, verkennt, dass nicht nur wegen der Jamaikakoalition hierher geschaut wird. Was wir bei der Energiewende schaffen, streben auch andere an. Und zum Teil sind sie auch schon dabei, uns zu überholen. Die Energiewende hat uns 18.000 Jobs im ländlichen Raum gebracht, Wertschöpfung, Steuereinnahmen, EEG-Umlagen in einer ganz anderen Dimension als der Länderfinanzausgleich. Aber wir müssen arbeiten und diese Geschichte fortsetzen. Andere schlafen auch nicht auf den Bäumen. Die Windbranche braucht Technologie und Innovation.

Die Frage ist also: Wollen wir in den Erneuerbaren Technologien führend sein oder anderen hinterher laufen, um dann die Technik kaufen zu müssen? Gemessen am Endenergieverbrauch über alle Sektoren decken die Erneuerbaren bei uns gerade 31 Prozent. Das ist bundesweit ein Spitzenplatz, aber eben noch kein Grund, die Arbeit einzustellen.

Denn wir erleben bereits bei 1°C Erwärmung mit Rekordtemperaturen in der Atmosphäre, Stürmen und Starkregen die ersten Folgen eines ungebremsten CO2-Ausstoßes. Wind an Land ist die kostengünstigste erneuerbare Energie geworden. Billiger als neue Kohlekraft.

Gut für die Menschen, gut für die Umwelt und gut für die Unternehmen.

Während der Netzausbau im Land und in der Nordeuropäischen Vernetzung gute Fortschritte macht, braucht die Überarbeitung der Landesplanung Wind noch Zeit. Ziel dieser Koalition ist, bis Mitte des Jahrhunderts die Energieerzeugung im Land auf erneuerbare Energien umzustellen.

Zu Recht haben wir uns im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, 2 Prozent der Fläche bereitzustellen, um als Zwischenziele von 10 GW installierter Wind-Onshore-Leistung realistisch für 2025 zu erreichen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung, um überhaupt die Menge der erneuerbaren Energien von 17,9 TWh 2015 auf 37 TWh 2025 zu verdoppeln. Dieser Prozess darf sich nicht unnötig verzögern.
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[25.01.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 017.18 / 24.01.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 29 – Elektromobilität technologieoffen voranbringen

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Zukunft heißt: Fahren mit Strom vom Deich

Jahrtausende dominierte das Pferd unsere Straßen. Seit rund hundert Jahren ist es der Verbrennungsmotor. Doch im 21. Jahrhundert hat der Antrieb viele Namen: Wasserstoff, Hybrid, Plug in Hybrid, um nur einige zu nennen. Alles Technologien mit einer zentralen Botschaft: Es ist schlicht nicht notwendig, dass wir unsere Umwelt verschmutzen und sowohl unsere Gesundheit, als auch die Erderhitzung riskieren, nur um von A nach B zu kommen.

Der Verkehr ist mit einem Anteil von 21 Prozent an den Gesamtemissionen auch in Schleswig-Holstein einer der Hauptklimafeinde. Der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen hat in Deutschland im zweiten Jahr in Folge zugenommen. Ursachen sind der zunehmende Verkehr und die Fahrzeuggrößen. Dabei geht Mobilität längst mit erneuerbaren Energien.

Vor genau zehn Jahren wurden in Deutschland gerade acht reine E-Autos zugelassen. Dieser junge Markt hat sich in den letzten Jahren massiv vervielfacht. Und 2017 hat es mit 25.000 Neuzugelassenen E-Mobilen erneut mehr als eine Verdoppelung zum Vorjahr gegeben. Auch die Zahl der Hybrid- und mit Erdgas angetriebenen Autos hat sich in den letzten fünf Jahren zusammen verdoppelt. In Umfragen können sich mehr als die Hälfte der Deutschen vorstellen, ein rein elektrisches Auto zu kaufen. Doch in der Praxis liegt der Marktanteil bei Neuzulassung für alternative Antriebe
gerade einmal bei 2 Prozent, davon 0,42 Prozent E-Antrieb.

Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es 10 Prozent und in Oslo sogar 40 Prozent. Sieht ganz so aus, als würden wir den Anschluss an eine gute Entwicklung verpassen? Warum fällt uns der Fortschritt hier so schwer?

Ich nenne Ihnen vier Gründe, und keiner davon ist technisch:

1) Die Hersteller werben in den großen Medien mit alten Modellen, mit denen sie derzeit am meisten Geld verdienen.

2) Auch in Autohäusern werden leider kaum Modelle mit Brennstoffzellen oder Akku angeboten. Fragen Sie selbst gerne mal nach einer Probefahrt.
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