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Saatgut muss gentechnikfrei bleiben

27 März 2011 Kein Kommentar

Die Reinheit des Saatgutes ist die Grundvoraussetzung für eine gentechnikfreie Produktion. Bisher gilt daher: in Saatgut sind Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht zulässig. Falls Spuren von GVO in Saatgut festgestellt werden, muss das Saatgut aus dem Verkehr gezogen werden.

Das absolute Verbot von GVO-Verunreinigungen im Saatgut wird auch als „Nulltoleranz“ bezeichnet. Wer an dieser Nulltoleranz sägt, sie aufweichen oder abschaffen will, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dies ganz bewusst zu tun, um der Industrie der Agrogentechnik bei uns im Land den Weg zu bereiten.

Für GVO-Kontaminationen in Saatgut gibt es keinen Grenzwert – aus gutem Grund. Organismen haben die Eigenschaft, sich zu vermehren. Durch Auskreuzung dieser veränderten Gene kann es zu einer unkontrollierten und nicht wieder rückholbaren Verbreitung kommen.

Eine Verunreinigung von nur 0,1 Prozent bedeutet für einen Maisacker, dass auf einem Hektar 90 GVO-Pflanzen stehen, die ihre GVO-Pollen in alle Winde streuen. Bei Getreide sind es sogar 4.000 GVO-Pflanzen pro Hektar, ohne dass der anbauende Landwirt davon weiß.

Die Gentechnikindustrie, die großen Saatgutfirmen, arbeiten schon lange und intensiv an dem Ziel, die Nulltoleranz abzuschaffen. Warum sie die Verbreitung der Gentechnik wollen, ist klar. Wir brauchen uns nur die Verhältnisse in den USA anschauen. Dort werden Landwirte von Saatgutmultis vor den Kadi gezerrt und zur Zahlung von Lizenzgebühren gezwungen, wenn sich nur eine einzige GVO-Pflanze auf ihrem Acker befindet. Landwirte geraten dadurch in immer größere Abhängigkeit.

Die Reinhaltung des Saatgutes von GVO ist technisch möglich. Das Gerede von der technischen Nachweisgrenze ist vorgeschoben. Wenn Sie, Frau Ministerin, jetzt versuchen den Landwirten weis zu machen, durch die Einführung eines Schwellenwertes würde sich deren Rechtsposition bei Haftungsfragen verbessern, ist das schlichtweg lächerlich.

Wenn die Züchter keine GVO-Freiheit beim Saatgut mehr garantieren können oder wollen, ist das das Ende des gentechnikfreien Anbaues in unserem Land. Gentechnische Verunreinigungen würden sich verborgen, schnell und irreversibel auf den Feldern ausdehnen. Der entscheidende Standortfaktor Gentechnikfreiheit ginge verloren. Hinzukommt, dass die Haftungsfrage bei Verunreinigungen unzureichend geklärt ist. Hier sehe ich ebenfalls Änderungsbedarf beim bestehenden Gentechnikgesetz.

Wir begrüßen daher, dass der Antrag Bayerns im Bundesrat angenommen wurde. Mit ihm sollte die Haftung bei Saatgutverunreinigung dort angesiedelt werden, wo sie hingehört: zu den Saatguterzeugern und dem Saatguthandel.

Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit anderen Bundesländern im Bundesrat versucht, diesen Antrag zu verunreinigen. Die völlige Reinheit von Saatgut sollte nicht mehr gelten. Die Antragssteller standen mit diesem Antrag allein. Auch andere schwarz-gelb regierte Länder sind ihnen nicht gefolgt. Das ist gut so.

Es macht auch deutlich, wo diese Landesregierung mit ihrer nach dem Einsatz grüner Gentechnik schielenden Haltung angekommen ist. Sie will den Weg frei machen für diese Technik in Feld und Flur und jetzt auch im Wald durch Streichung des Gentechnikverbotes aus dem Waldgesetz.

Nicht mit uns, wir wollen Gentechnikfreiheit für die Zukunft des Landes.

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