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Notfallkonzept im AKW Brokdorf muss verbessert werden

10 August 2011 Kein Kommentar

Zur Antwort auf eine Kleine Anfrage (siehe Anhang) zur Revision des Atomkraftwerks Brokdorf 2011:

Es gibt Handhabungsprobleme beim Ent- und Beladen der Brennelemente im AKW Brokdorf. Eine Kleine Anfrage hat diese neue Information ans Tageslicht gebracht. Diese Probleme werden durch eine Verformung der Brennelemente verursacht. Dadurch erklärt sich auch die Sonderinspektionen, die zur verlängerten Revisionsdauer des AKW führten. Dieses Problem trat schon bei der Revision im vergangenen Jahr auf. Das wiederkehrende Auftreten der Verformung erfordert zusätzliche Materialüberprüfungen. Auch in Zukunft sind diese Materialveränderungen nicht auszuschließen und erfordern vom Betreiber immer wieder angepasste Beladungsstrategien.

Eine Leichtgängigkeit der Brennelemente ist aber die Voraussetzung dafür, dass bei einem Störfall die Steuerelemente ungehindert zwischen die Brennstäbe geführt werden können und die Kernspaltung unterbrechen. Bernd Voß stellt fest, dass dieses zusätzliche Risiko untragbar ist. Verschiedene andere Atomanlagen seien ebenfalls davon betroffen. „Auch nach dem gesetzlich geregelten Atomausstieg muss auf die Sicherheit der weiter am Netz bleibenden Atommeiler größtes
Augenmerk gelegt werden.“

Es reicht nicht, wenn die schleswig – holsteinische Atomaufsicht die Auflage erteilt habe, dass die Gewährleistung der Abschaltsicherheit durch zusätzliche Prüfungen in kürzeren Intervallen vom Betreiber nachzuweisen ist. Aus der Antwort auf die
Anfrage sei auch zu entnehmen, dass die Betreibergesellschaft über die nach Fukushima verschärften Empfehlungen zum Notfallschutz erst einzelne Konsequenzen gezogen habe. Voß: „Mit diesem Notfallkonzeptes hätte Brokdorf nicht wieder ans
Netz dürfen. Der Atommeiler muss in Extremsituationen problemlos energieautark laufen können.“

Zu begrüßen sei, dass die Reaktorsicherheitsbehörde in Kiel jetzt endlich ein Konzept für Schutzmaßnahmen bei Hochwasser bis zum Herbst fordert und gutachterlich prüfen will. „Sturmfluten sind auch bei uns in der Wilstermarsch schon immer eine reale
Bedrohung gewesen. Es ist höchste Zeit, dass ein Notfallkonzept in allen Punkten der Liste der Reaktorsicherheitskommission des Bundes sofort umgesetzt wird. Brokdorf so wieder an zuschalten gleicht Russisch Roulette!“

Die kleine Anfrage 17/1685 finden Sie demnächst unter https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl17/drucks/index.html

 

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