Home » Homepage, Verbraucherschutz

Mehr Jugendliche direkt in Ausbildung bringen

15 Mai 2014 Kein Kommentar

PE, 15. Mai 2014

Sie suchen gemeinsam nach Wegen, um mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen: die grünen Landtagsabgeordneten Ines Strehlau (Kreis Pinneberg) und Bernd Voss (Kreis Steinburg) sowie Claudia Mohr (Geschäftsführerin Kreishandwerkerschaft Westholstein), Thomas Dohrn (1. stellvertr, Kreishandwerksmeister und Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung des Kreises Pinneberg) und Helmut Rowedder (Kreishandwerksmeister).

ITZEHOE/PINNEBERG Der Ausbildungsmarkt verändert sich: Es wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Zugleich stieg die Zahl unbesetzter betrieblicher Ausbildungsplätze auf einen Höchststand. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung hervor. Was tun? Darüber diskutierten die Landtagsabgeordneten Ines Strehlau und Bernd Voss (beide Bündnis 90/Die Grünen) mit dem Vorstand und der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Westholstein.

gruenehandwerker

„In den Schulen wird nicht genügend praxisorientiert gelehrt“, meint Thomas Dohrn, stellvertretender Kreishandwerksmeister aus Uetersen (Kreis Pinneberg). „Deshalb müssen wir die Berufsorientierung im Unterricht verbessern“, sagt Ines Strehlau, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.

Aber wie? Auch Lehrer sollten Praktika in Betrieben machen, um mehr Erfahrungen zu sammeln, fordert Kreishandwerksmeister Helmut Rowedder aus Itzehoe. Außerdem schlägt er vor, dass die Personalchefs nach einem Praktikum im Betrieb den Schülern weitere Hinweise geben müssten. Für Claudia Mohr, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft ist klar: „Wir müssen die Verbindung Firma-Schule intensivieren und aufzeigen, dass im Handwerk für jeden Schulabschluss tolle Karrierechancen bestehen. Wir müssen auch mehr Migranten vom Wert einer Ausbildung in Deutschland überzeugen.“ Der Abgeordnete Bernd Voss betont: „Die im europäischen Vergleich niedrige Jugendarbeitslosigkeit bei uns ist gerade auch ein Erfolg der bei uns gewachsenen etablierten dualen Berufsausbildungssystem aus betrieblicher und schulischer Berufsausbildung. Das müssen wir stärken und ausbauen.“

Einig sind sich Politiker und Unternehmensvertreter, dass nach dem Schulabschluss noch längst nicht alle Jugendlichen fit genug sind, um voll ins Arbeitsleben einzusteigen. Ines Strehlau schlägt vor, zum Beispiel mithilfe eines Berufsgrundbildungsjahrs diesen Übergang zu erleichtern. Dies sieht die Kreishandwerkerschaft Westholstein jedoch kritisch.

Um die Motivation der jungen Leute zu verbessern, sich auf diesen Weg zu begeben, plädiert die Grüne dafür, diese Zeit auf die Berufsausbildung anzurechnen. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie einigen anderen Berufen wird das auch in Schleswig-Holstein bereits praktiziert.

Die Kreishandwerkerschaft Westholstein kann sich damit nicht anfreunden, diese Möglichkeit für alle Innungen freizugeben. „Das ist zu stark verschult. Die jungen Menschen, die man hiermit ansprechen will, wollen häufig den Schulalltag nicht mehr und wollen praktisch arbeiten“, sagt Geschäftsführerin Claudia Mohr. Ihr Kreishandwerksmeister Rowedder setzt auf einen anderen Weg: Er hat gute Erfahrungen damit gesammelt, noch nicht ausbildungsreifen Jugendlichen mit Langzeitpraktika an die Lehre heranzuführen. Doch auch der erfahrene Handwerksmeister weiß, dass die Firmen beständig weniger Bewerber für ihre Lehrstellen finden und trotzdem dringend mehr Nachwuchs benötigen.

Einig sind sich Innungsvertreter und Grüne, dass 6500 Jugendliche, die Jahr für Jahr in Schleswig-Holstein ohne Lehre in Übergangsmaßnahmen landen, zu viel sind. Deshalb wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, den Übergang von der Schule in den Beruf so zu umzugestalten, dass mehr Jugendliche direkt nach der Schule in eine Ausbildung gehen. „Wir verschenken Potenzial. Wir benötigen flexible Lösungen“, appelliert die Grünen-Politikerin. Daran wollen Handwerk und Politik weiter arbeiten.

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Freundlich und am Thema bleiben. Kein Spam.

Nutzen Sie diese tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-basierter Blog. Um Ihren global verwendbaren Avatar zu bekommen, registrieren Sie sich bitte auf Gravatar.