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Landesregierung verschließt die Augen vor den Gefahren durch glyphosathaltige Herbizide

10 November 2011 Kein Kommentar

Zur Antwort auf die kleine Anfrage zum Einsatz glyphosathaltiger Herbizide in Schleswig-Holstein:

Die Landesregierung verschließt die Augen vor möglichen Gefahren durch den Einsatz glyphosathaltiger Herbizide. Sie verfügt nach eigenen Angaben über keinerlei Informationen darüber, in welchem Umfang und in welchen Kulturen diese Mittel in
Schleswig-Holstein zur Anwendung kommen. Dies sei für eine risikoorientierte Auswahl bei der Lebensmittelüberwachung auch nicht nötig, da das für die Konsumenten verfügbare Lebensmittelangebot überwiegend nicht aus Schleswig-Holstein stamme, so die Logik der Landesregierung. Eine risikoorientierte Auswahl würde nach meinem Verständnis aber bedeuten, dort
gezielt zu beproben, wo die Mittel in größeren Mengen zur Anwendung kommen.

Das Land führt im Rahmen der Lebensmittelüberwachung keine Untersuchungen auf Abbauprodukte (AMPA, Aminomethylphosphorsäure) des Wirkstoffs Glyphosat durch. Erst vor kurzem, aufgrund kritischer Presseberichte, wurde damit begonnen, auch Futtermittel auf Glyphosat zu überprüfen. Für Tallowamine, die als Hilfsstoffe den Herbiziden beigefügt werden und ebenfalls im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich zu sein, gibt es noch nicht einmal ein anerkanntes Analyseverfahren.

Besonders erschreckend ist, dass die Landesregierung die möglichen Gefahren durch Glyphosatrückstände in gentechnisch veränderten Importfuttermitteln nicht zur Kenntnis nehmen möchte. Die Sorte Roundup-Ready Soja der Firma Monsanto ist
gezielt entwickelt worden, um den Einsatz dieses ansonsten auf alle Pflanzen tödlich wirkende Giftes im Sojaanbau zu ermöglichen.

Glyphosat ist der weltweit meistproduzierteste Pflanzenschutzmittelwirkstoff und hat eine Schlüsselrolle bei der Produktion von Gen-Soja. Er wird in großen Mengen in Argentinien und Brasilien eingesetzt, die Herkunftsländer unserer Importfuttermittel sind. Die dort zur Anwendung kommenden Formulierungen von Glyphosat sind nach Angaben von Experten noch problematischer als die bei uns zugelassenen Mittel. In verschiedenen Studien gibt es Anhaltspunkte für eine
Schädigung von Embryonen.

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