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Landesregierung tappt im Dunkeln

21 Dezember 2011 Kein Kommentar

Zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast (Siehe unten) :

In Schleswig-Holstein gibt es 36 Betriebe mit Hühnchenmast. Pro Jahr werden 17,5 Millionen Tiere gemästet, Tendenz steigend. Zum Einsatz von Antibiotika auf diesen Betrieben kann die Landesregierung jedoch keine Auskunft geben. Da tappt sie völlig im Dunkeln.

Anlass der Kleinen Anfrage war eine Studie zum Antibiotika-Einsatz bei Mastgeflügel in Nordrhein-Westfalen. Dort haben von 182 untersuchten Betrieben 164 Betriebe Antibiotika eingesetzt. 96,4 Prozent der Tiere auf allen Betrieben haben Antibiotika verabreicht bekommen, lediglich 3,6 Prozent sind nicht behandelt worden.

Eine Untersuchung wie in NRW zu machen, hält die Landesregierung nicht für sinnvoll. Allerdings sagt sie auch: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass beim Einsatz von Antibiotika in Hähnchenmastbetrieben Schleswig-Holsteins ähnlich wie in NRW
verfahren wird.“ Wir fordern deshalb von der Landesregierung, Best Practice-Beispiele herauszustellen, in ein Antibiotika-Reduktionsprogramm einzusteigen und die Geflügelhaltung transparenter zu machen.

Masthühnchen werden nur fünf bis sechs Wochen alt. Sie verbringen ihr kurzes Leben in riesigen Stallanlagen, wo sie mit Tausenden Artgenossen meistens auf engem Raum zusammengepfercht sind. Regelmäßiger Einsatz von Antibiotika scheint in vielen dieser Ställe systemimmanent zu sein. Diese Form der Tierhaltung ist weder umwelt- noch tiergerecht. Sie ist das Gegenteil von Qualitätslandwirtschaft, die den Bedürfnissen von Tieren, AnwohnerInnen, VerbraucherInnen und LandwirtInnen gerecht wird.

Am 9. Januar 2012 lädt die Fraktion ein zur Veranstaltung „Tierfabrik geplant- wat nu?“, in der über Rechtsgrundlagen für große Tierhaltungsanlagen, Möglichkeiten der Einflussnahme durch Kommunen und BürgerInnen und Tierschutzaspekte diskutiert werden soll.

Die Kleine Anfrage und die Antwort finden Sie unter dem Link Landtag: Drucksache 17/2053

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