Home » Agrarpolitik

Kürzungen der schwarz-gelben Landesregierung gefährden

13 Januar 2011 Kein Kommentar

Vor dem Hintergrund der in Kiel von CDU und FDP beschlossen Streichung der Umstellungsprämie und Beibehaltungsprämie für Betriebe in der Bio-Landwirtschaft haben die grüne Landtagsabgeordnete Ines Strehlau und
der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voß den Biolandhof Köllner-Hof bei Elmshorn besucht. Sie haben mit Valentina Tkacheva und André Rostock vom Köllner-Hof und Achim Bock, der einen Bioland-Milchviehhof in Lutzhorn betreibt, über die Auswirkungen dieser Streichungen gesprochen.

Bei Achim Bock wird sich diese Kürzungen ganz konkret im Abbau von einem halben Arbeitplatz auswirken: „Ich erhalte aus der Beibehaltungsprämie jährlich 10.000 Euro. Damit finanziere ich eine halbe Arbeitskraft für
vier Tage in der Woche und betreibe Kartoffelanbau. Durch die Kürzung werde ich den Kartoffelanbau einstellen müssen und die Stelle um 2 Tage kürzen müssen.“

Für den Köllner-Hof sind die Auswirkungen auch greifbar. Hierzu Valentina Tkacheva: „Wir müssen jetzt neu überlegen, ob wir beispielsweise in neue Gewächshäuser investieren können.“ André Rostock: “Eigentlich wollen wir regionale Produkte in unserem Hofladen verkaufen. Jetzt bekommen Produkte aus dem Bio-Landbau aus Niedersachsen und anderen Bundesländern einen deutlichen Preisvorteil. Wir müssen überlegen, welche Produkte wir unseren Kunden anbieten, eigentlich wollen wir es vermeiden, dass so lange Transportwege entstehen und lieber Produkte aus der Region anbieten.“

Die Zuschüsse für die Betriebe in Schleswig-Holstein werden aus EU- und Bundesmitteln und mit 18% aus Landesmitteln finanziert. Das Land Schleswig-Holstein setzt 800.000 Euro in diesem Bereich ein, die Summe
der Gesamtmittel liegt bei 5 Millionen Euro. Bei Bio-Getreidebauern machen die Zuschüsse ca. 20 Prozent der Produktionskosten aus.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Bernd Voß: „Diese EU-Förderung ist ein auch ein Programm für den Wasserschutz. Untersuchungen zeigen das Investitionen in den Bereich der
Bio-Landwirtschaft allein in diesem Bereich ein Maximum an Wirkung erreichen. Sie tragen nicht nur zum Grundwasserschutz bei, Sie schaffen Arbeitsplätze, sind ein Beitrag für eine vielfältige Lebenswelt von
Tieren und Pflanzen (Biodiversität), schaffen regionale Marktstrukturen, ländliche Wirtschaftsentwicklung und sind ein Beitrag zur gesunden Ernährung.“

Ines Strehlau: „Vor dem Hintergrund des aktuellen Lebensmittelskandals, der Dioxinverunreinigungen der Futtermittel für Tiere, ist es ein offener Schlag der Schwarz-Gelben Landesregierung gegen eine nachhaltige
und gesunde Lebensmittelproduktion, die sich auch volkswirtschaftlich auszahlt. Wenn CDU und FDP weiter nur auf eine industrielle Massenproduktion von Lebensmitteln zu Dumping-Preisen setzen, gehen Sie
das Risiko ein, dass es zu weiteren Lebensmittelskandalen kommt. Bei der Landwirtschaft muss ein grundlegender Wandel Einzug halten, es braucht eine neue Ethik im Umgang mit Tieren und Pflanzen, gerade auch für
gesunde Nahrungsmittel im Sinne eines guten Verbraucherschutzes und einer guten Ernährungspolitik.“

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Freundlich und am Thema bleiben. Kein Spam.

Nutzen Sie diese tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-basierter Blog. Um Ihren global verwendbaren Avatar zu bekommen, registrieren Sie sich bitte auf Gravatar.