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Klimafreundlichen Wasserstoff gibt es nur mit erneuerbaren Energien

15 November 2019 Kein Kommentar

Presseinformation Nr. 403.19 / 15.11.2019
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Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 39 – Erstellung eines Maßnahmenkatalogs für eine Wasserstoffstrategie
der erneuerbaren Energien SH

Dazu sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis
90/Die Grünen, Bernd Voß:


Klimafreundlichen Wasserstoff gibt es nur mit erneuerbaren Energien

Meine Damen und Herren,

den sauberen Weg über Wasserstoff als saubere Energie beschrieb Jules
Verne schon 1870: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von
morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so
zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf
unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“

Jules Verne fehlte noch die günstige und saubere grüne erneuerbare
Energie. Wir haben das Glück, vor einer Zukunft zu stehen, in der
praktisch alle Energie eines nicht zu fernen Tages aus einer Windkraft-
oder Solaranlage kommen wird: sauber und günstig.

Der zügige und konsequente Weg in eine klimaverantwortliche Zukunft ist
für unser Land Herausforderung und zugleich ökonomische Perspektive. Das
hat durch unsere nachhaltige politische Arbeit auch die Bundesregierung
realisiert und will eine nationale Wasserstoffstrategie erstellen. Durch
die Arbeit unserer Landesregierung ist die gemeinsame norddeutsche
Strategie in der vergangenen Woche auf den Weg gebracht worden.

Schleswig-Holstein mit seiner privilegierten Lage bei der Erzeugung von
erneuerbaren Energien tut gut daran, mit einem Maßnahmenkatalog für eine
Wasserstoffstrategie der Erneuerbaren Energien seine Potentiale zu
stärken. Hinzu kommt: Unternehmer*innen aus der erneuerbaren
Energien-Branche haben sich bereits in den letzten Jahren bei uns im Land
auf diesen Weg gemacht.

Richtig angefangen, können viele weitere Arbeitsplätze entstehen, da sie
hier in Schleswig-Holstein den Nährboden für Innovation und dann auch für
die direkte Anwendung finden. Grüner Wasserstoff sichert die Mobilität bei
schweren Transporten und auf langen Strecken, er kann helfen,
energieintensive Industrieprozesse sauberer zu machen, er eignet sich für
die stoffliche Nutzungen, die Speicherung und den Transport erneuerbarer
Energien. Die vorhandene Gasinfrastruktur ist hier eine Option.

Ansonsten sind Investitionen in Alttechnik in Zukunft verlorenes Geld.
Auch die Europäische Investitionsbank steigt nach Kohle aus dem Geschäft
mit Erdgas 2022 aus. Es wird mit diesen Grünen Antworten auch der
Deindustrialisierung und Verlagerung der Erzeugung von Rohstoffen in ferne
Weltregionen begegnet. Regionen stärken, und das nicht nur bei uns.

Nur so werden wir die Klimaziele erreichen und es schaffen, eine
erhebliche regionale Wertschöpfung im Land aufzubauen. Wenn wir uns hier
zu erneuerbarem Wasserstoff bekennen – und nur dieser ist nachhaltig –
brauchen wir mehr erneuerbare Energie. Das Ziel 10 GW onshore-Wind 2025
muss erreicht werden. Und wir brauchen zudem 12 GW Photovoltaik – verteilt
auf Dächer und Fläche.

Wasserstofftechnik bietet den Vorteil der Skalierbarkeit. Großtechnische
Anwendungen sind ebenso denkbar wie dezentrale, regionale Anlagen für
kleine Betriebe oder kommunale Unternehmen. Dabei muss und kann auch dann
eine Antwort auf den Verlust von Energie, der der Wasserstoffelektrolyse
immer wieder angelastet wird, mitgegeben werden.

Die anfallende erneuerbare Wärme bei 80°C bietet sich auch grade an, sie
dezentral für Wohnungswärme zu nutzen und – wenn erforderlich –
beispielsweise saisonal zu speichern. Für die verschiedenen neuen Formen
der Erzeugung und Nutzung müssen wir Rahmen setzen. Sowohl wirtschaftlich,
als auch planungs- und genehmigungsrechtlich. Wir haben die Punkte wie
Bau-, Emissions- und Abgabenrecht und die verschiedenen anzusprechenden
Ebenen im Antrag genannt.

Leitfäden für die Planung und Genehmigung helfen bei einer zügigen
Einführung und Verbreitung dieser neuen Techniken. Noch wichtiger aber als
die Frage, was man mit Wasserstoff macht, ist die Frage, wo er herkommt.
Grüner Wasserstoff wird nicht wie die fossilen Energien Öl, Gas und Kohle
irgendwo aus der Erde gesogen oder gar gefrackt. Er kann zwar aus
Kohlenwasserstoffen wie Erdgas über ein dreckiges Verfahren mit
CO2-Freisetzung reformiert werden, aber damit hätten wir nichts gewonnen.
Aus dieser Herkunft stammen derzeit weit über 95 Prozent des
Wasserstoffes.

Wasserstoff wird auch nicht erneuerbar, wenn er CO2-frei gelabelt wird,
bloß weil CO2 bei der Gewinnung aus Erdgas über CCS verpresst wird.
Deshalb, und lassen Sie mich das betonen, brauchen wir nicht nur eine
Wasserstoffstrategie, sondern die Wasserstoffstrategie der erneuerbaren
Energien.

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