Zahlen, Daten, Fakten

In folgendem Text haben wir Ihnen einige Zahlen und Fakten, sowie Hintergrundinformationen zu dem Thema zusammengestellt. Weiter unten gehen außerdem auf häufig gestellte Fragen ein.

 

AKW Brunsbüttel (bereits 2007 abgeschaltet)

AKW Krümmel (bereits 2011 abgeschaltet)

Helmholtz-Zentrum Geesthacht (Forschungsreaktoren, FRG-1 2010 abgeschaltet, FRG-2 1993 abgeschaltet)

AKW Brokdorf (Abschaltung spätestens 31.12.2021)

 

Gesamtmassen:

AKW Brunsbüttel          300.000 t

AKW Krümmel               541.000 t

Helmholtz-Zentrum         35.000 t

Bei den o.g. Anlagen erfolgte bereits der Antrag nach §7 Abs. 3 AtG auf Stilllegung und Abbau

 

Massenverteilung am Beispiel AKW Brunsbüttel

Die Gesamtmasse von 300.000 t betrifft den Kontrollbereich und den Überwachungsbereich. Überwachungsbereich ist der Bereich, in dem Personen im Jahr eine effektive Dosis von mehr als 1 Millisievert erhalten können. Kontrollbereich ist der Bereich, in dem Personen im Jahr eine effektive Dosis von mehr als 6 Millisievert erhalten können.

Die Gesamtmasse verteilt sich wie folgt:

ca. 2 % = 6000 t Radioaktive Abfälle  à  Schacht Konrad/Endlager für hochradioaktive Abfälle

ca. 2 % = 6000 t Freigabe (wird freigemessen) zur Beseitigung àDeponierung, Verbrennung, Rezyklierung Metallschrott à Von diesen 2% werden insgesamt ca. 1% deponiert.

ca. 96% = 288.000 t  Freigabe (muss nicht freigemessen werden) à Abfall/Nichtabfall freie Verwendung und Verwertung

Die Rückbaumassen fallen verteilt über einen Zeitraum von 10-15 Jahren an.

Die jährlich zu deponierenden Menge liegen zwischen 100 und 3000 t.

 

Die Freigabe ist ein Verwaltungsakt in der Strahlenschutzverordnung (§29, Abs. 1,2 StrlSchV). Hierbei werden Stoffe zu nicht radioaktiven Stoffen erklärt und aus dem Regelungsbereich des Atomrechts entlassen.

Voraussetzung für die Freigabe ist die radiologische Unbedenklichkeit. Maßgebliches Kriterium hierfür ist das international anerkannte „10-Mikrosievert-Kriterium“. (s. auch Richtlinie 2013/59/Euratom). Dieses Kriterium findet weltweit Anwendung.

Die Freigabe muss erfolgen, wenn das „10-Mikrosievert-Kriterium“ nicht überschritten wird.

Freigegebene Stoffe unterliegen aufgrund ihrer radiologischen Unbedenklichkeit nicht mehr dem Atomrecht und dem Strahlenschutzrecht, sondern dem Abfallrecht.

Deutschlandweit liegt die Exposition durch natürliche Strahlung bei 2100 Mikrosievert im Jahr, in Schleswig-Holstein bei 700 Mikrosievert.

Der Grenzwert künstlicher Strahlung (ohne Medizin) liegt bei 1 Millisievert im Jahr.

Die Freimessung erfolgt durch atomrechtliche Sachverständige, für jede Charge werden die Anforderung gem. § 29 StrlSchV nachgewiesen und gutachterlich bestätigt, daraufhin erfolgt die Freigabe durch die Atomaufsicht.

Deponiert werden müssen bspw.:

Beton, Mauerwerk, Dachziegel, Straßenaufbruch, Erdaushub, die nicht verwertbar sind, da

- bautechnisch ungeeignet

- schadstoffbelastet sind ( PAK, PCB, Schwermetalle)

Dämmmaterial, asbesthaltige Abfälle, Setzsteine, aber auch Alltagsgegenstände, wie Wasserhähne, Lichtschalter und Handtuchhalter, müssen fachgerecht entsorgt werden.

Für diese zu deponierenden Abfälle kommen 4 Deponien der Deponieklasse 2 in Frage:

- Harrislee-Balzersen

- Johannistal(OH)

- Lübeck-Niemark

- Wienshop(Hzgt. Lauenburg)

Diese Deponien arbeiten nach dem Deponie-Plus Kriterium. Dies bedeutet zusätzliche Maßnahmen bei der Deponierung, Betrachtung der potentiellen Nachnutzung, besondere Einbauvorgaben, besondere Anforderungen und Dokumentationspflichten.

Der Atomausstieg und Entsorgungsfrage sind eine solidarische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der nicht auf kommende Generationen verschoben werden darf. Es finden umfangreiche Prüfungen statt, um die Einhaltung des 10-Mikrosievert-Kriteriums zu gewährleisten. Das ganze Verfahren findet mit großer Transparenz und unter Einbeziehung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen statt (Entsorgungskommission Schleswig-Holstein).

FAQ - AKW Rückbau - Deponierung von Bauabfällen

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Was können wir tun, um den Menschen die Angst zu nehmen?

Informieren, informieren, informieren! Auch vor Ort. Den Bürgermeistern wurde immer wieder angeboten, vor Ort zu informieren. Das Kommunikations- und Informationsangebot, wird viel öfter nicht angenommen, als es gemacht wird.

Problem: Angesichts der anstehenden Wahlkämpfe ist es für viele bequem und strategisch praktisch, sich an die Spitze der Proteste zu setzen.

Einige Menschen haben einfach Angst. Diese Angst ist logisch schwer zu erreichen. Subjektiv verabschieden sich diese Menschen aus der sachlichen Diskussion. Politik muss aber objektiv entscheiden.

Verantwortungsvolle Politik zu machen bedeutet, zu unterscheiden zwischen subjektiver Angst und objektiver Nutzung von strittigen Diskussionen zum eigenen (politischen) Vorteil.

Unterschied heute zu der Debatte der 70er ist, dass damals gestritten wurde, um Atomkraft am Laufen zu halten. Heute streiten wir, um das Ende zu erreichen.

Auf welchen Zeitraum beziehen sich die 10 Mikrosievert, denen ein*e Deponiemitarbeiter*in maximal ausgesetzt sein darf (Stunde/Tag/Jahr(e)?)?

Dieser Wert bezieht sich auf den menschlichen Körper, der am dichtesten an der potentiellen Strahlungsquelle dran ist und auf einen Zeitraum von einem Jahr.

Welche Menge an Deponie pflichtigem Abfall wird anfallen?

Ca. 30 bis 50 tausend Tonnen Deponie pflichtiger Abfall werden insgesamt in den nächsten Jahrzehnten erwartet. Die exakte Menge ist noch etwas unklar, weil noch nicht klar ist, wie viel frei gemessen wird.

Ca. 750 t pro Jahr könnten in naher Zukunft eine realistische Anlieferungsmenge sein.

Zum Vergleich: An Deponieschrott allgemein fallen in SH 750.000 t pro Jahr an.

Wie lange dauert es insgesamt die AKW abzubauen?

Das hängt sehr von dem jeweiligen Prozess ab. Es werden 10 bis 20 Jahre geschätzt.

Welche Abfallwirtschaft ist zuständig?

Der Kreis Dithmarschen wäre Entsorgungsträger für Bauabfälle des AKW Brunsbüttel, hat aber keine geeignete Deponie gefunden. Daher ist nun das Land verantwortlich.

Denn wenn sich keine annahmebereiten Deponien finden, muss der Betreiber sich an den Kreis/die Kreise wenden, wenn die nicht in der Lage sind zuzuweisen, muss der jeweilige Kreis das Land um Zuweisung ersuchen.

 

Was hat es mit dem Deponie Plus Verfahren auf sich?

Das ist ein zusätzliches Verfahren im Rahmen der Standortsuche, über das die jeweiligen Kommunen bspw. zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verhandeln und insgesamt den Prozess mehr mit definieren können. In der Praxis läuft das Deponie Plus Verfahren in unterschiedlichen Gemeinden jeweils anders und beruht auf Freiwilligkeit.

Gemeinden, die aktiv mitgewirkt haben, konnten zusätzliche Sicherheitsforderungen stellen, bspw. Pilotchargen, mehr messen als erforderlich, Verblomben der Lieferung während des Transports, etc.

Gibt es die Möglichkeit der Nachmessung?

Grundsätzlich ist eine Deponie Privatgelände. Das bedeutet, die Deponie kann selber nach messen oder auch jederzeit Externe dazu auf das Gelände lassen. Einige Deponien haben auch Kontrollportale, die bei jeder Einfahrt auf das Gelände noch einmal messen.

Wird jedes Mal gemessen? Bei Verlassen des AKW und bei Ankunft in der Deponie?

Bei Verlassen des AKW Geländes wird jede einzelne Charge gemessen.

Bei Ankunft kann auch nochmal gemessen werden. Siehe vorherige Frage

Weiter führende Informationen und ausführlichere FAQ finden Sie auf der Seite des Landes Schleswig-Holstein unter diesem Link: Opens external link in new windowhttps://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/R/reaktorsicherheit/faq_KKW.html

URL:https://bernd-voss.info/energie-und-klima/akw-rueckbau-deponierung-von-bauabfaellen/