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Einsparung mit Biogas?

20 Juli 2011 Kein Kommentar

Viele Interessierte wollten sich über die Gas-Produktion informieren. Foto: len

Grünen-Politiker Bernd Voss diskutierte mit Bürgern in Hedehusum

„Beim Thema Biogas stellt vor allem die ‚Vermaisung‘ der landwirtschaftlichen Flächen das Problem dar“. Dies musste Bernd Voss, schleswig-holsteinischer Landtagsabgeordneter der Grünen, bei einem Treffen an der Biogas-Anlage von Henry Nielsen in Hedehusum konstatieren. Recht groß war die Schar der Interessierten, die sich eingefunden hatten, um von Nielsen zunächst über die Anlage informiert zu werden. Er betreibt sie, gemeinsam mit Christian Roeloffs aus Süderende, inzwischen im vierten Jahr.

Nielsen war es von Anfang an ein „Dorn im Auge“, dass die beim BHKW-Betrieb entstehende Wärme nicht genutzt wurde. Doch inzwischen konnte ein Nahwärmenetz in Richtung Utersum ausgebaut werden. Über eine 3500 Meter lange Leitung werden 49 Häuser mit Hilfe eines Wärmetauschers mit Heizwärme und Warmwasser versorgt. Die Hauseigentümer sind die Kommanditisten einer eigens gegründeten Organisation. Damit können rund 200 000 Liter Heizöl eingespart werden. Der Anlagebetreiber bedauerte, dass für Hedehusum selbst keine öffentliche Förderung beim Aufbau eines Wärmenetzes möglich sei, da hier die Häuser zu weit auseinander liegen.

Bernd Voss, Milchlandwirt in der Wilstermarsch, der gemeinsam mit einigen Kollegen selbst ein Biogasanlage betreibt, verwies darauf, dass die Idee der Biogas-Erzeugung nicht neu sei und beispielsweise in Indien schon lange in kleinen Anlagen praktiziert werde. Dass der Anbau von Mais im Umkreis der Anlagen immer mehr zunimmt, sei darauf zurückzuführen, dass sich diese Pflanze am besten für den Zweck der Gasproduktion eigne. Gleichzeitig gab Voss aber auch zu bedenken, dass aus ökonomischen Gründen die landwirtschaftlichen Kulturen begrenzt seien: Weizen, Raps und Zuckerrüben seien die überwiegenden Kulturen. Nachdrücklich sprach sich Voss für die Verpflichtung aus, die Wärme der Biogas-Anlagen zu nutzen.

Während die kleineren Biogas-Anlagen besonders gefördert werden, haben Konzerne bei der Windenergie eher die Nase vorn. Dies bedauert der Föhrer Landwirt Jens Olufs. „Die Politik will die Off-Shore-Parks besonders fördern, während wir Kleinen auf Föhr nichts Gescheites machen dürfen. Wir können nicht selbst darüber entscheiden, weil uns die Landesplanung einen Strich durch die Rechnung macht.“ Beim Thema Wind haben Naturschützer und Befürworter erneuerbarer Energien „noch nicht zusammengefunden“, bekannte Voss. Es existiere ein Riss durch alle Schichten, wovon auch seine Partei nicht ausgeschlossen sei.

„Fahrplan Atomausstieg – kommt jetzt die CO2-Einlagerung unter der Nordsee?“ war ein weiteres Thema während des Besuches von Bernd Voss auf Föhr. Bei einer Veranstaltung in Wyk machte er deutlich, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft auch ohne Errichtung neuer Kohlekraftwerke und der CO2-Entsorgung möglich sei.

aus dem INSELBOTEN: https://www.shz.de/nachrichten/lokales/der-inselbote/artikeldetails/article/803/einsparung-mit-biogas.html

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