Home » Archiv
[25.02.2020 | Kein Kommentar]

PM, 25.02.2020

PHOTOVOLTAIK IN DER FREIFLÄCHE; Di 18. Februar 2020, 18.30 Uhr; Kiel; Heiligendammer Str. 15

Statements und Vorträge


Photovoltaik in der Freifläche ist Win-Win-Win-Situation – Ausbau von 500 MW zeitnah erforderlich

Der Strombedarf wird im Zuge der Energiewende steigen, sodass ein Ausbau der Erneuerbaren Energien dringend notwendig ist. Klimaneutral mobil werden, die Wohnungen warm behalten, insbesondere wer „Wasserstoff“ sagt, muss umso mehr „Ja“ zum wirksamen und erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien sagen. Während in Schleswig-Holstein am Ausbau der Windkraft an Land gearbeitet wird, ist ein großes Potenzial für saubere Energie für die Solarenergie (PV = Photovoltaik) noch nicht erschlossen.

Die technische Entwicklung von PV sowie die von Windenergie hat dafür gesorgt, dass diese beiden erneuerbaren Energiequellen die Preisbrecher der Erneuerbaren Energien sind.

Bundesweit ist etwa eine Vervierfachung der heute installierten Leistung an Erneuerbaren Energien insgesamt erforderlich, um die Klimaschutzziele in allen Sektoren zu erreichen.

Für PV auf Dächern müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit auch diese Flächen mehr genutzt werden. Es ist aber deutlich, dass wir auch das entscheidende Potenzial zeitnah nutzen müssen, die PV in der Freifläche bietet.
Um die Klimaziele zu erreichen, wird neben dem Ausbau an Dach und Gebäuden ein jährlicher Zubau von 500 MW erforderlich sein. Bei der Installation der emissionsfreien Technologie müssen allerdings einige Rahmenbedingungen festgelegt werden.

Flächen sind knapp und die ökologischen Anforderungen an deren Nutzung sind hoch.

So erzielen PV-Freiflächen auch bei uns einen hohen energetischen Wirkungsgrad.

Insbesondere der mögliche ökologisch positive Effekt, den fachgerecht gebaute Anlagen für die Böden, Vegetation und Tierwelt bieten können, sollte bei Errichtung der Anlagen beachtet werden. Eine angepasste landwirtschaftliche Nutzung kann z.B. durch Weidung für Schafe sehr positive Umweltwirkungen haben. Durch den Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutz, die Durchwurzelung und Beschattung werden bei der richtigen Modulanordnung, Zäunung und Pflege auch ökologische Wertigkeit geschaffen. So kann PV in der Freifläche zu einer Win-Win-Win-Situation für Ökologie, Ökonomie und der Energiewende werden. Ähnliche Effekte gelten für die Solarthermie, die auf siedlungsnahen Standorten fossile Heizstoffe ersetzen kann.

Dr. Ingrid Nestle, MdB, energiepolitische Sprecherin Bundestag

Was steht an, damit ein erfolgreicher Ausbau erfolgen kann:

– Sonnenenergie ist bei 52 GW Leistung durch das EEG gedeckelt. Wir liegen in Deutschland bei 50 GW. Der Deckel des Bundes must schleunigst weg. Sonst bricht in den kommenden Monaten der erforderliche Zubau zusammen.
– Zudem brauchen wir für die Planung und den Bau einen Leitfaden für die gute fachliche Praxis. Das kann insbesondere für die Kommunen und genehmigenden Behörden hilfreiche Orientierung in der relativ neuen Materie sein.

Eingrünung, Anordnung der Anlagen, Nutzung des Bodens und ökologische Elemente können zusammen den Nutzen für Umwelt und Klimaschutz weiter steigen lassen.

Es diskutierten unter der Leitung von Ingrid Nestle MdB, energiepolitische Sprecherin im Bundestag

Gastgeber: Bernd Voß, MdL Grüne SH, Sprecher für Klimaschutz und Energiepolitik
• Dr. Fabian Faller, Landesverband Erneuerbare Energien
• René Nissen – Wattmanufactur GmbH & Co KG
• Dipl. Biol. Rolf Peschel – Der Projektpate
• Dr. Tim Peschel – Peschel Ökologie & Umwelt
• Carl Heinz Christiansen – BUND Schleswig-Holstein

Referenten und Gastgeber zum Thema Photovoltaik in der Freifläche

Die Vorträge finden Sie als pdf-Dateien hier.

Vortrag von Bernd Voß Vortrag PV-Freiflaeche Bernd Voß

Vortrag von Dr. Fabian Faller Vortrag von Dr. Fabian Faller, LEE SH PV EE


[22.02.2020 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 069.20 / 21.02.2020

___________________________________________________________

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 23 – Einträge früher messen – Verursacherprinzip beim Nitrateintrag durchsetzen

Dazu sagt der landwirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Düngeverordnung- Anstehende Investitionen müssen vom Markt finanziert werden

Sehr geehrte Damen und Herren,

vorweg: Es geht hier nicht einfach nur um die Abwendung von Strafzahlungen wegen Nichteinhaltung von Vorschriften. Die Europäische Union, Brüssel, zwingt uns hier nicht irgendetwasauf.

Es geht um den Schutz unserer Gewässer, um den Schutz des Trinkwassers. Und wir, damit meine ich nicht nur Die Grünen, sondern die europäischen Länder besonders auch Deutschland haben sich schon vor 30 Jahren, Anfang der 1990 er Jahre in der EU dafür eingesetzt, dass es diesen Schutz gibt und dieser europaweit auch umgesetzt wird.

Und das ist gut so.

Bei der Düngevorordnung ist viel zu lange auf Zeit gespielt worden. Deshalb sind wir jetzt in dieser schwierigen Lage. Die Bundesregierung hat die Empfehlungen und Mahnungen ihrer eigenen wissenschaftlichen Beiräte, der EU-Kommission, der Wasserversorger und anderer viel zu lange nicht ernst genommen.

Sie hat zu sehr auf den Bauernverband gehört, der Mitverantwortung dafür trägt, dass die Düngeverordnung, wie sie in 2017 beschlossen wurde und seit Anfang 2018 in Kraft ist, so ist, wie sie ist, und den Anforderungen nicht gerecht wird.

Dass Bäuer*innen auf die Barrikaden gehen, wenn es neue Vorschriften gibt und die eine derart kurze Halbwertzeit haben, ist verständlich. Aber die Nitratrichtlinie der EU gibt es bereits seit 28 Jahren. Wären die erforderlichen Reformen und Anpassungen zeitig auf den Weg gebracht worden, wäre die Anpassung um einiges leichter und insbesondere auch für viele Betriebe kostengünstiger gewesen.

Ehrlicherweise müssen wir sagen: Es ist jetzt nicht mehr viel drin. Die Länder werden im Bundesrat Änderungsvorschläge einbringen, aber sie werden am Ende zustimmen müssen, wollen sie nicht den schwarzen Peter bekommen und für die knapp eine Milion Euro täglicher Strafzahlungen verantwortlich gemacht werden. Und klar ist, wir werden wie nach der letzten Reform 2017 im Land das umsetzen, was uns der Bund vorgibt und ermöglicht. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn beim Monitoring und bei den Messverfahren zur Ermittlung der Belastungsgebiete bundesweit einheitlich vorgegangen wird. Wir haben diese Forderung in unserem Antrag drin.
Weiterlesen »


[22.02.2020 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 067.20 / 20.02.2020
___________________________________________________________

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 31 – Förderung zum Erhalt seltener Nutztierrassen und Kulturpflanzen

Dazu sagt der landwirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von
Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:


Vielfalt ist der Weg für eine Land- und Ernährungswirtschaft mit Zukunft

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Agrobiodiversität, die Artenvielfalt bei Nutzpflanzen und Nutztieren,
ist für unser Überleben ebenso wichtig wie der Schutz der Vielfalt bei
Wildpflanzen und Wildtieren. Ich bedanke mich bei der Landesregierung für
diesen Bericht.

Zugleich möchte ich mich auch bei all denen bedanken, die als
Landwirt*innen und Gärtner*innen auf ihren Betrieben, auf ihren Feldern,
als Mitglied in Tierzuchtverbänden, in ihren Obstgärten oder an den
Hochschulen, in großen und kleinen Einrichtungen wie dem Tierpark Warder
und der Stiftung Naturschutz daran mitwirken, die Vielfalt der
Nutzpflanzen und Nutztiere zu bewahren und weiter zu entwickeln. Und auch,
wenn dazu für Ehrenamtliche sowie Betriebsinhaber*innen Engagement, Liebe
zur Sache, ein gutes Auge und Detailkenntnisse gehören, ist das weit mehr
als Liebhaberei.

Genetische Diversität bei Nutzpflanzen und -tieren ist ein einmaliges und
unersetzbares Erbe jahrhundertlanger landwirtschaftlicher Tätigkeit, so
heißt es in dem Bericht. Ganz genau. Jahrzehntelang wurde in der
Züchtung viel zu einseitig auf Merkmale der Hochleistung und gesetzt. Das
hat Produktivitätsfortschritte gebracht. Aber es sind Risiken und
Verluste damit verbunden. Unsere Ernährung beruht weltweit zu 90 Prozent
auf nur drei Getreidearten: Weizen, Reis und Mais.

Und da dominieren wenige Sorten. Auch innerhalb der Arten schrumpft das
Spektrum. Es ist eine Erosion, die da stattgefunden hat. Und dabei ist die
genetische Bandbreite, die durch Jahrhundertelange Züchtungsarbeit
gewachsen ist, riesengroß. Ich habe einmal in die Rote Liste der
gefährdeten Nutzpflanzen für Deutschland geschaut. Da gibt es sage und
schreibe 77 Hafersorten und 122 Weizensorten. Diese Bandbreite müssen wir
erhalten und perspektivisch auch nutzen.
Weiterlesen »


[22.02.2020 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 054.20 / 19.02.2020
___________________________________________________________

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 4 – Änderung des Landesplanungsgesetzes

Dazu sagt der für Landesplanung zuständige Abgeordnete der
Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Eine Experimentierklausel öffnet Freiräume für Innovationen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Raumordnung legt die planerischen Grundlinien für die räumliche
Entwicklung in Schleswig-Holstein über einen Zeitraum von fünfzehn
Jahren fest. Das ist bei unseren Herausforderungen ein unglaublich langer
Zeitraum. Das Land verändert sich, neue Optionen der erneuerbaren
Energien, der Umgang mit dem Klimawandel und ein schneller technologischer
und gesellschaftlicher Wandel liegen vor uns.

Wir wollen die Raumordnung flexibel genug machen, um auf zukünftige
Entwicklungen, die wir jetzt noch nicht kennen, zeitnah reagieren zu
können. Im Prozess der Landesentwicklungsstrategie mit ihren Megatrends
wurde diese Anforderung an eine fortschrittliche Landesentwicklungsplanung
mehrfach herausgehoben.

Damit in jedem Bereich innovative Lösungen schnell und flexibel möglich
werden können, stärkt der vorliegende Gesetzentwurf mit der neuen
Experimentierklausel die Gestaltungskraft einer Landesentwicklungsplanung.
Diese Änderungen sind meines Erachtens hervorzuheben.

Eine solche Regelung ist bislang einmalig und ein ziemliches Novum in der
Bundesrepublik. In der Jamaika-Koalition haben wir uns auf die Fahnen
geschrieben, Freiräume für neue Ideen und Vorhaben zu schaffen. Im
Koalitionsvertrag steht dazu bei ländlichen Räumen: „Wir werden die
Möglichkeiten schaffen, individuell den Herausforderungen des
demographischen Wandels und des Abwanderns in die urbanen Zentren zu
begegnen und auch Freiräume für neue Ideen und Vorhaben eröffnen“.
Weiterlesen »