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[18.01.2019 | Kein Kommentar]

Presseinformation, 18. Januar 2019

Agrarwende statt Agrar-Reförmchen

AgrarBündnis für starke Gemeinsame Agrarpolitik in Europa

Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin hat das AgrarBündnis den Kritischen Agrarbericht 2019 vorgestellt. Im AgrarBündnis haben sich Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie Entwicklungspolitik zusammengeschlossen. Der Bericht versteht sich als „Buch zur Bewegung“ mit fundierter Kritik am derzeitigen Agrarsystem, aber auch guten Konzepten und Ideen wie es anders gehen könnte.

Im Jahr der Europawahl und anlässlich der anstehenden EU-Agrarreform präsentieren die Verbände im Kritischen Agrarbericht ihre Vision von einer „Landwirtschaft für Europa“, die auch den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen entspricht. Sie machen Vorschläge, wie die anstehende EU-Agrarreform dazu beitragen kann, diese zu verwirklichen.

Das Jahrbuch widmet sich aber auch zahlreichen anderen aktuellen Themen: beispielsweise der Digitalisierung der Landwirtschaft und der dahinter stehenden Macht der Konzerne, dem Ökologischen Landbau, der Bodenmarktpolitik oder den Auswirkungen der neuen Düngeverordnung.

EU-Agrarreform: Gemeinsame Ziele gezielt ansteuern. Konkrete Leistungen der Bauern honorieren. Marktkrisen verhindern

Bernd Voß von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Vorstandssprecher des Bündnisses sprach sich für eine starke Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) aus: „Stark wird diese Politik, wenn sie die bäuerlichen Betriebe und ländlichen Gemeinden in einem vielfältigen und gemeinsamen Europa gezielt darin unterstützt, die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Sowohl in der Tierhaltung als auch im Ackerbau stehen die Bauern und Bäuerinnen vor großen und teuren Veränderungen, um die gesellschaftlichen Erwartungen an Tierwohl, Umwelt-, Klimaschutz und Artenvielfalt auf ihren Höfen umzusetzen. Die meisten Berufskollegen sind zu Veränderungen bereit, aber sie können nicht auf den höheren Kosten sitzen bleiben. Deshalb müssen die bisher pauschal je Hektar Fläche gezahlten Gelder überführt werden in eine zielgerichtete Honorierung konkreter Leistungen der Betriebe für Umwelt, Tierschutz und lebendige Dörfer. Gleichzeitig müssen substanzvernichtende Preiskrisen durch faire Marktregeln verhindert werden. Nicht weniger Gemeinsamkeit in Europas Agrarpolitik hilft, sondern mehr Zusammenhalt und ambitionierte Ermutigung.“ Voß rief die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene hierfür aktiv einzusetzen.

Insektensterben und Pflanzenschutz: Ein Umbau im Ackerbau ist notwendig

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ging auf das dramatische Insektensterben und den Artenschwund ein: „In den letzten 27 Jahren hat die Biomasse der Insekten in Deutschland um 76 Prozent abgenommen. In landwirtschaftlich genutzten Gebieten könnte es noch drastischer sein, da besonders dort Pestizide eingesetzt werden und Lebensräume fehlen. Von den etwa 560 Wildbienenarten, die in Deutschland heimisch waren, sind 50 Prozent ausgestorben oder bestandsgefährdet.“ Ohne eine Kurswende in der Agrarpolitik seien die Insekten nicht zu schützen. Die bisherige Politik mit ihren pauschalen Flächenzahlungen habe versagt. Der Anteil zur Förderung von Umweltmaßnahmen sei viel zu klein und ein Kurswechsel daher unumgänglich. Mit der GAP habe die Europäische Union jedoch konkrete Instrumente in der Hand, um den Schutz der Insekten zu verbessern und die Biodiversität auf den Agrarflächen wieder zu erhöhen. „Die EU-Agrar­minister müssen die Mittel der GAP so einsetzen, dass natürliche Lebensräume geschützt und naturnahe Räume in der Umgebung von Agrarlandschaften geschaffen werden können“, forderte Weiger.
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[05.09.2018 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 314.18 / 05.09.2018
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Bodenmarktpolitik: Vorsorge ist die einzige Handlungsoption

Anlässlich der gestrigen (5. September 2018) Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) „Boden für Bäuerinnen und Bauern“ zur Bodenmarktpolitik in Schleswig-Holstein sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Seit 2005 haben sich die Boden- und Pachtpreise von der realen Ertragsfähigkeit abgekoppelt. Auch in Schleswig-Holstein erschweren die steigenden Preise bäuerlichen Betrieben den Erwerb von Land.

Die Situation am Bodenmarkt in den neuen Bundesländern sollte uns eine Mahnung sein. Außerlandwirtschaftliche Investoren sind zunehmend auf der Suche nach Kapitalanlagen und haben zahlreiche Möglichkeiten zur Umgehung des Vorkaufrechts und der Grunderwerbssteuer. Gleichzeitig führt eine Verknappung des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens durch Versiegelung und Umwidmung zu einer Verschärfung des Wettbewerbs auf dem Bodenmarkt. Hier kommt es immer häufiger vor, dass ein mittelständisches landwirtschaftliches Unternehmen großen Investoren gegenübersteht.

Auf dem Pachtmarkt ist die Entwicklung ähnlich. Landwirt*innen sind immer weniger Besitzer*innen der bewirtschafteten Flächen. Es ist zu beobachten, dass ein immer größerer Teil der Bodenrente an die Flächenbesitzer*innen abfließt.

Der Boden ist die Wirtschaftsgrundlage landwirtschaftlicher Betriebe und bildet gleichzeitig die Nahrungs- und Lebensgrundlage unserer Gesellschaft. Mit Flächenerwerb darf kein Missbrauch auf Kosten der bestehenden landwirtschaftlichen Strukturen betrieben werden. Die Schlupflöcher bei der Grunderwerbssteuer sind auf Bundesebene umgehend zu schließen, zum Beispiel indem endlich die Fälligkeitsschwelle für die Grunderwerbssteuer bei Anteilskäufen von 94,9 Prozent auf unter 50 Prozent herabgesetzt wird.

Auch wenn Schleswig-Holstein bisher nicht so sichtbar betroffen ist, wie andere Bundesländer, sind die genaue Beobachtung des Bodenmarktes und verstärkte Bemühungen zur Sicherung des landwirtschaftlichen Vorkaufsrechtes und Pachtrechts angezeigt. Auf dem Bodenmarkt ist Vorsorge die einzige Handlungsoption.

Auf europäischer Ebene sollte die Zielgenauigkeit der Agrarzahlungen überprüft werden. Wie viele der öffentlichen Gelder kommen tatsächlich bei aktiven Landwirt*innen an? Wie viele werden an Grundstückseigentümer*innen weitergeleitet und enden als garantierte Rendite bei Investoren? Eine EU-Agrarpolitik, die eine vielfältige Landwirtschaftsstruktur erhalten möchte, kommt nicht umhin, die ausgeschütteten Mittel stärker an gesellschaftliche Kriterien zu binden und zu qualifizieren.


[10.01.2017 | Kein Kommentar]

Einladung PK AgrarBündnis Kritischer Agrarbericht IGW 19.1.2017

Einladung zur Pressekonferenz auf der IGW

Der kritische Agrarbericht 2017

Präsentation der druckfrischen Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Wasser“ und Stellungnahmen zur aktuellen Agrarpolitik

* Donnerstag, 19. Januar 2017, 10:00 – 11:00 Uhr *

* Berlin, Internationale Grüne Woche, Messegelände Halle 6.3, Pressezentrum – Raum B*

Unsere Themen auf der Pressekonferenz:

  • Wasser:Überlebensnotwendig – aber in der Qualität bedroht
  • EU-Agrarreform und Freihandel: Gerechte Gestaltung von Agrarmärkten
  • Umbau der Tierhaltung: Nationale Nutztierstrategie und Kennzeichnung
  • Zugang zu Land für bäuerliche Landwirtschaft und die Generation der Einsteiger

 

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung

  • Prof. Dr. Hubert Weiger
    *Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
  • Thomas Schröder
    *Präsident des Deutschen Tierschutzbundes
  • Bernd Voß*
    Arbeits­gemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
    *Vorstandssprecher des AgrarBündnis e.V.
  • Dr. Alexander Gerber
    *Vorstandssprecher Demeter

 

Zu unserer Pressekonferenz laden wir Sie herzlich ein.
Einladung-PK-AgrarBuendnis am 19.1.2017

Hier geht’s zum Kritischen Agrarbericht 2017

Kontakte:
Hubert Weiger: Pressestelle BUND, 030 27586425

Thomas Schröder: Marius Tünte, Pressesprecher Deutscher Tierschutzbund, 0228 60496 sowie 01522 22888918

Alexander Gerber: 0176 24050949

Bernd Voß: 0173 9135092

Rezensionsexemplare erhalten Sie auf der Pressekonferenz oder beim ABL-Verlag

ABL-Verlag
Bahnhofstraße 31; 59065 Hamm
Fon: 02381 492288
E-Mail: verlag {at} bauernstimme(.)de
Internet www.bauernstimme.de
ISBN: 978-3-930413-60-7, 320 Seiten, 24,- €


AgrarBündnis e.V.
Dr. Frieder Thomas
Marktstätte 26
78462 Konstanz
Tel 07531 28 29 39-1
Mobil 0151 62511652
Fax 07531 28 29 39-2
thomas {at} agrarbuendnis(.)de
www.agrarbuendnis.de


[15.07.2014 | Kein Kommentar]

Presseinformation Nr. 296.14 / 09.07.2014

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 47 – Schlachtkapazitäten in Schleswig-Holstein

Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß: Welche Rahmenbedingungen brauchen wir?

Sehr verehrte Damen und Herren,

ich danke der Landesregierung für ihren Bericht.

Die darin enthaltenen Fakten sind, denke ich, bereits in der Öffentlichkeit bekannt und ja auch schon in Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Schlachthof in Bad Bramstedt von den Medien transportiert worden.
Und jetzt hat es auch der Minister nochmals vorgetragen:
In der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft spielt die Tierhaltung eine bedeutende Rolle. Es werden ca. 1.1 Millionen Rinder und rund 1,5 Millionen Schweine gehalten. Wir haben aber nur noch wenige große Schlachtstätten im Land.

Sehr viele Tiere – bei den Schweinen sind es über 70 Prozent – werden nicht im Land, sondern in Schlachthöfen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und sogar noch weiter weg geschlachtet. Wir haben also zu wenige Schlachtkapazitäten im Land. Zugleich haben wir aber auch – und dass ist eine zunächst irgendwie paradox anmutende Situation – bei den großen überregionalen Schlachtstätten außerhalb Schleswig-Holsteins erhebliche Überkapazitäten.
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