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Castoren in Brokdorf abstellen wird schwierig

19 Juni 2015 Kein Kommentar

Zur gemeinsamen Erklärung der Bundesumweltministerin Hendricks und der 4 AKW Betreiberkonzernen hinsichtlich der genannten Standorte zur Zwischenlagerung von 26 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufarbeitung sagt der Landtagsabgeordnete Bernd Voß (GRÜNE) aus dem Kreis Steinburg:

Atomkonzerne müssen sich endlich der Verantwortung stellen – Castoren in Brokdorf abstellen wird schwierig

Natürlich gilt wie schon 2013, dass es eine völkerrechtliche Verpflichtung zur Rücknahme der 26 Castoren aus der Wiederaufarbeitung in La Haque und Sellafield gibt. Es ist auch richtig, dass die schleswig-holsteinische Landesregierung damals wie heute sich nicht wegduckt, sich zur Verantwortung bekennt und anbietet, Teil der Lösung zu sein.

Die schwere Aufgabe der Findung eines Endlagers, ob mit der ohne Rückholbarkeit des Atommülls, ist ungelöst und liegt seit Jahrzehnten vor uns. Sie wird uns allein bis zur Findung und Fertigstellung noch viele Jahrzehnte begleiten. Eines der jetzt einer der in Erwägung genommenen Standorte für die Castoren aus Sellafield ist das Zwischenlager am AKW Brokdorf ist. Dies müsste noch in einem Genehmigungsverfahren vom Bundesamt für Strahlenschutz geprüft werden.

Sollte Brokdorf, wie im Atomkonsens geplant, noch bis 2022 weiter laufen, wären rechnerisch noch ca. 20 von 100 Castorplätzen im Zwischenlager frei. Das benachbarte baugleiche Zwischenlager für hochradioaktiven Müll am AKW Brunsbüttel hat, weil die Klägerin glücklicherweise durch alle Instanzen durchhielt, im vergangenen Jahr seine Betriebsgenehmigung verloren.

Wenn der Rückbau des AKWs Brunsbüttel zügig umgesetzt werden soll, wird Zwischenlagerplatz für den im AKW Brunsbüttel liegenden hochradioaktiven Müll gefunden werden müssen. Es ist abenteuerlich, alle Castorplätze, die im Zwischenlager Brokdorf rechnerisch möglich sein mögen, auch voll zu stellen. Bei möglicher erhöhter Hitzeentwicklung einzelner Castoren wird mehr Stellplatz für den einzelnen Castor benötigt. Der wäre weg.

Die zu befürchtende lange Verweildauer der Castoren in den Zwischenlagern erfordert auch eine sogenannte heiße Zelle. Nur so können z. B. im Zeitlauf undicht gewordene Castoren im Zwischenlager repariert und umgepackt werden.

Es ist konsequent, dass Umweltministerin Hendricks versucht mit den AKW Konzernen Lösungen zu finden, um die Rückführung und jahrzehntelange Zwischenlagerung der Castoren voran zu bringen. Die Energiekonzerne müssen ihrer Verantwortung endlich gerecht werden und ihre Milliardenklagen gegen den Atomausstieg in Deutschland nicht nur ruhen lassen, sondern endlich zurück ziehen. Sie müssen möglichst schnell eine machbare Lösung für die Zwischenlagerung ihres Atommülls auf den Tisch legen.

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