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Bewerbungsrede 28. Januar 2017, Landesparteitag in NMS

29 Januar 2017 Kein Kommentar

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

zum dritten Mal kandidiere ich für den Landtag.

2009 bis 2012 haben wir die Übernahme der Regierungsverantwortung vorbereitet.

2012-17 haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht:
SH zum Energiewendeland Nr. 1 gemacht-, die Netze ausgebaut,
die von vielen BürgerInnen gewünschte Agrarwende eingeleitet,
Kohlekraftwerkspläne in Brunsbüttel beerdigt,
den Rückbau der Atomkraftwerke eingeläutet.

2017 bis 2022 müssen wir das soweit verfestigen, dass es unumkehrbar ist.
Das ist UNSER JOB, das ist MEIN ZIEL. Das wird kein Spaziergang.

In der nächsten Legislatur könnte die europäische Agrarpolitik neu aufgestellt werden – oder eben nicht,
wird die Energiewende in Schleswig-Holstein zu einer Industriewende – oder eben nicht,
werden wir das, was wir bei den Erneuerbaren- bei der Wind und Sonne – in den letzten Jahren gesehen haben auch im Verkehrsbereich sehen – oder eben nicht,
werden die ersten Steine aus den AKW Brunsbüttel, Krümmel und auch Brokdorf rausgebrochen – oder eben nicht.

Ich will, dass das so kommt.
Wir haben viele Jahre zusammen dafür gekämpft, dass das Realität wird und nicht in Träumen hängen bleibt.

Ich will nicht, dass unser GRÜNER Weg unterbrochen wird.

Geschafft Platz 2: Herausforderung und Verpflichtung

Ich bringe die Erfahrung von ziemlich genau 44 Jahren Widerstand und Arbeit für den Atomausstieg und für die Energiewende mit. Das hat mich geprägt.

Zur Umsetzung unserer Ziele war ich zuletzt 4 Jahre in EU Institutionen und zwei Legislaturperioden im Landtag tätig.

Dazwischen lagen Gründung der GRÜNEN, Kreistag, viele Jahre bundes- und europaweite Verbands- und Netzwerkarbeit.
Klar bin ich älter geworden – (wer ist das nicht ….)

Aber der Erfolg unserer Politik hat mich, wie auch viele von Euch, politisch jünger und optimistischer gemacht.

Wir haben die Chance ergriffen. Wir haben gezeigt, dass es anders geht—und wie es anders geht.

Darum brenne ich wie bei meiner ersten Brokdorf-Demo für Veränderung.

Und ich stehe für die Zähigkeit und Kompetenz der GRÜNEN in Sachen Agrarwende und Energiewende sowie Europa, VerbraucherInnen und ländlicher Raum.

In diesen Themenfeldern, in unserer Kernkompetenz, kann mir keiner ein X für ein U vormachen.

(Viele von Euch waren vor 1 Woche auf der Demo „Wir haben es satt“. Vor 7 Jahren habe ich diese kraftvolle jährliche Aktion zur Grünen Woche mit ins Leben geholt.
Daraus wächst konkrete politische Umsetzung.)

Robert und ich haben häufig zusammen gehockt und die nächsten politischen Projekte ausgeheckt.
Ich habe die Arbeit des Ministeriums eng begleitet und befördert umgekehrt hat das Ministerium meine Initiativen aufgegriffen: zum
den Runden Tisch Tierschutz– Initiativen für Transparenz und fairen Preis, Mengenreduzierung bei Milch statt fördern, Filtererlass beim Schwein, Förderung des Ökolandbaues, der Öko-Meiereien Umschichtung von Geldern für Bildung- und Bildungseinrichtungen im ländlichen Raum Pflanzenschutzsteuer, Gentechnikgesetz, AKW Rückbau etc.

Ich will, dass wir mit diesen Pfunden wuchern, dass wir auf unseren Erfolgen aufbauen.

Deshalb kandidiere ich diesmal vorne auf der Liste. Unsere Kernthemen gehört oben auf die Liste.

Wenn wir nicht für eine andere Landwirtschaft in einem offenen ländlichen Raum kämpfen, dann tut es niemand.

Wir müssen die Energiewende auch dann organisieren, wenn es ungemütlich wird wie beim Netzausbau, denn die anderen schlagen sich in die Büsche wie Seehofer oder Gabriel oder wer immer das jetzt von den Sozis macht.

Und obwohl wir diese verfluchten AKW nie haben wollten, ich begreife es als Verpflichtung, als Ehre, dass wir, die GRÜNEN, dafür verantwortlich sind, dass sie nun wieder verschwinden. (Nicht „weil wir immer so aufopferungsvoll sind“…..)

Der Ausstieg verträgt keine noch so kurze Halbwertzeit.

Jetzt ist unsere Zeit. Wir haben die Fakten geliefert.
Wir haben die gesellschaftliche Zustimmung und die politischen Grundlagen für Ausstieg und Energiewende über mehr als vier Jahrzehnte geschaffen.
Wir haben die Verantwortung diese Zeit, dieses offene Fenster, jetzt auch zu nutzen.

Meine Kernthemen (Energie- und Landwirtschaftspolitik), wir brauchen Europa- (und nicht den Euratomvertrag).

Und Europa braucht die Grünen – jetzt mehr denn je.

Ich will ein Europa, das nicht zig Milliarden für eine Industrialisierung der Agrarstrukturen und Begünstigung der industriellen Tierhaltung ausgibt, sondern für Beschäftigung, Tierschutz und Umweltschutz;

– das endlich auch auf die großen sozialen Herausforderungen in Europa und an den Grenzen Europas mit mehr Gerechtigkeit und mehr Mitteln eingeht.

(- in dem wir in S-H mit einer Energie- und der Agrarwende auch ein Stück internationale Verantwortung war nehmen. – und damit auch in Afrika und Asien Perspektiven für ländliche Entwicklung geben und so einer der Fluchtursache begegnen. )

(Ich weiß durch mein Mitwirken in den Ostseeparlamentarierkonferenzen, dass wir auch in Zeiten schwerer Konflikte wie der Ukrainekrise mit den Partnern, in dem Fall Russland, im Gespräch bleiben müssen.)

Ich kenne viele prekäre und ungerechte Situationen bei uns um Land. Trotzdem:

Unsere Generationen in Schleswig-Holstein haben sowohl historisch als auch global betrachtet ein reiches Leben. Freiheit, Sicherheit, offene Gesellschaft. (Wir haben es mit erkämpft)
Aber die Integration Europas hat uns diese 70 Jahre Frieden und Entwicklung gegeben.
Daran konsequent weiter und besser zu gestalten, das war und ist grüne, das ist meine Verpflichtung.

Ich will ein Europa des Friedens und der Zusammenarbeit (- ein Europa der Erneuerbaren und nicht der Atomkraft.)

Ich will ein Europa, das in seinen Handelsverträge Interessen von Kommunen und Regionen, klein- und mittelständischen Unternehmen, ArbeitnehmerInnenrechte, Verbraucherschutz und Umweltschutz sichert.

Ich will nicht ein Europa, das diese Punkte als „nicht-tarifäre Handelshemmnisse“ begreift und über CETA oder TTIP beseitigt.

Ich will in diesen Bereichen eine andere europäische Politik – aber ich will dieses Europa! –
(ein streitbares aber deshalb zutiefst demokratisches Europa.)
Und das sage ich bewusst auch Richtung Linke:
Ein linker Nationalismus, der Europa spaltet und die Idee von Frieden und Versöhnung nationalen Interessen unterordnet, ist mit mir nicht zu machen.

Im Bund nicht, im Land nicht.
Und eine Politik, die so zynisch ist, dass sie sich beliebig verbiegt für bessere Wahlchancen auch nicht.

Ich kandidiere auf dem zweiten Platz, dem Männerplatz, der durch Roberts mutige Entscheidung zum Urwahl-Abenteuer frei geworden ist.

(Ich kandidiere damit für viele unserer Kernthemen im Team einer künftigen Landtagsfraktion:
für Europas Zusammenhalt,
für Energiewende
für eine neue Agrarkultur
für einen offenen ländlichen Raum)

(Ich kandiere auf Platz zwei, weil wir unsere Themen und die Handschrift, mit der wir sie durchsetzen, ganz oben im Wahlkampf platzieren müssen.)

Ich kann Kommissionsvorlagen lesen und Plattdeutsch schnacken, weiß in der diplomatischen Etikette internationaler Parlamentarierkonferenzen die GRÜNEN Punkte durchzusetzen.

Ja, ich habe gut geputzte schwarze Schuhe fürs Parlament
und Gummistiefel fürs Grünland.

Ja, es hat für mich auch etwas Wertvolles, bei Nebel und Schmuddelwedder mit Stiefeln voller Klei über die Äcker und Wiesen meiner Wilster Marsch zu laufen.

Ich kenne es, wenn es laut und staubig bei der Arbeit wird.

Ich bin nicht der Typ, der auf ein Traumschiff geht. Und wenn, wäre ich da eher im Maschinenraum als auf dem Sonnendeck zu finden.

Ich weiß, wie der Mist von Kühen riecht – aber auch schlechte Gesetze.
Die stinken mehr und anders.
Und ich will keine schlechten Gesetze – weder in Schleswig-Holstein noch anderswo.

Dafür bitte ich um Eure Stimme.

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