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Bericht zur Geflügelpest

17 November 2016 Kein Kommentar

Presseinformation Nr. 491.16 / 16.11.2016

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 29A Bericht zur Geflügelpest

Dazu sagt der landwirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

Nur sofortiges und konsequentes Handeln kann Geflügelpest eindämmen
.

Ich danke dem Minister für seinen Bericht. Mein Dank geht ebenso an die
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Ministerium, in den
Untersuchungslaboren, bei den Kreisveterinärbehörden und an vielen
anderen Stellen, die in diesen Tagen zum Teil erhebliche Mehrarbeit
leisten, und auch an all die Ehrenamtlichen, die ebenfalls im Einsatz
sind, damit alles Notwendige getan wird, um die weitere Ausbreitung der
Seuche einzudämmen.

Wir haben bisher in Schleswig-Holstein noch keinen vergleichbar
schwerwiegenden Fall des Auftretens der Vogelgrippe gehabt. Es ist gut,
dass unsere Landesregierung so schnell die Dimension erkannt und sofort
nach der Identifizierung des Erregers durch das
Friedrich-Löffler-Institut die richtigen Schritte eingeleitet hat.

Denn es handelt sich bei dem Virustyp H5N8, um eine besonders aggressive
Variante der Vogelgrippe, die daher, wie der Minister bereits ausgeführt
hat, auch als Geflügelpest bezeichnet wird.

Wir wissen, wie schwierig die Situation vieler Geflügelhalter durch die
Aufstallungspflicht ist. Aber die Einschätzung des Risikos, da
unterstütze ich voll und ganz den Minister, ließ gar keine andere Wahl,
als diese Entscheidung vom Dienstag vergangener Woche. Und auch die
Einbeziehung kleinerer Betriebe in die besonderen
Biosicherheitsmaßnahmen, die ab morgen greifen werden, ist aus
Vorsorgegründen nur vernünftig.

Und ja, es ist auch ein Stück weit schizophren, wenn gerade die Betriebe,
die artgerechte Freilandhaltung betreiben, davon am härtesten betroffen
sind. Es müssen Wege gefunden werden, bei längerem Andauern der Sperren
und der Pflicht zur Aufstallung den Freiland, bzw. Ökostatus für die
Betriebe zu sichern.

Die Maßnahmen, die die Landesregierung konsequent und kurzfristig
ergriffen hat, sind erforderlich gewesen und richtig. . Welche Ausmaße
der Ausbruch einer Geflügelpest erreichen kann, dazu Beobachtungen aus
dem vergangenen Jahr in den USA: In den Geflügelhochburgen des Mittleren
Westens der USA, vor allem in den Staaten Iowa und Minnesota, mussten im
vergangenen Jahr mehr als 43 Millionen Hühner und Puten getötet werden.
Die durchschnittliche Hühnerfarm hat in den USA 1,5 Millionen Hühner.
Mit 30 Millionen getöteten Legehennen entsprach das etwa zehn Prozent der
US-Eierproduktion. Vier Bundesstaaten hatten den Notstand ausgerufen.

Die immer stärkere Konzentration der Tierhaltung, die im Geflügelbereich
schon am weitersten fortgeschritten ist, stellt nicht nur ein
Umweltproblem und ein Tierschutzproblem dar, sie birgt eben auch
weitreichende Konsequenzen bei der Seuchenhygiene.

Daher werden bei Ergründung der Ursachen auch die Wege in der sehr
differenzierten Erzeugungskette betrachtet werden müssen.

Aber wir müssen das anpacken, sonst ist das, was wir jetzt haben, und
vielleicht, so hoffe ich jedenfalls, in einigen Wochen oder Monaten
wieder abgeklungen sein wird, nur der Vorgeschmack auf kommende Probleme.

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